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Die IGS Aurich-West im Internet |
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aus: OSTFRIESEN-ZEITUNG vom 12.05.2001
Ratssaal ist für einen Tag Europäisches Parlament
Die
Oberstufen-Schüler finden sich schnell in ihre Rolle. Alle wichtigen Gremien
sind vertreten.
esd
Aurich. Für einen Tag verwandelte sich der Auricher Ratssaal in das Europäische
Parlament. Wo sonst über Straßen, Schulen und Kindergärten entschieden
wird, wurden gestern leidenschaftlich Prinzipien einer europäischen
Asylpolitik debattiert. Nein, Aurich will Straßburg oder Brüssel keine
Konkurrenz machen. Aber was 40 Schüler der IGS West und des Ulricianums im
Rathaus in einem Planspiel probten, kam dem Parlamentarier-Alltag schon recht
nahe.
,,Die
Schüler sollen lernen, wie komplex Entscheidungen auf europäischer Ebene
sind“, erklärt Ulrike Seinen, Pädagogin am Europahaus. Die deutsch-niederländische
Heimvolkshochschule hat das Rollenspiel gemeinsam mit Studenten der
Universität Oldenburg, die sich bei den Jungen
europäischen Föderalisten (JEF) engagieren, auf die Beine gestellt.
Auch
die anderen europäischen Gremien dürfen nicht fehlen: Ministerrat, Europäische
Kommission sowie Menschenrechtsorganisationen
und
Medien. ,,Bei einigen hat man schon Panik in den Augen gesehen, als ich erklärt
habe, was auf sie zukommt. Aber alle haben sich ganz schnell in ihre Rollen
eingearbeitet“, lobt Ulrike Seinen die Schüler.
,,Darf
ich mal um ihre Aufmerksamkeit bitten!“ Bertolt Konz betätigt die Glocke und
stellt das Mikro an. Er spielt seine Rolle auf der fiktiven Pressekonferenz
schon ziemlich professionell. Der 17-jährige Gymnasiast wirkt als Kommissionspräsident
wie ein ,,alter Hase“. Die typische Politiker-Sprache, die mit vielen Worten
nichts sagt, beherrschen auch die anderen Schüler auf dem ,,Podium“
erstaunlich schnell.
Bei
der Frage, ob auch Flüchtlinge Asyl bekommen sollen, die aus wirtschaftlichen
Gründen einreisen, scheiden sich die Geister: Der Rat ist dagegen, aber die Menschenrechtsvertreter
protestieren heftig. Begriffe wie ,Wirtschaftsflüchtlinge“ oder
,Drittstaatenregelung“ schwirren durch den Saal. ,,Wenn man selbst dabei ist,
erfährt man mehr als nur die Fakten, die man im Unterricht lernt“, meint
Wiebke Rehwald, Schülerin an den IGS. Dem stimmt auch Volker Reichardt,
Oberstufen-Leiter und Politik-Lehrer an den IGS, zu: “An einem solchen Tag
lernen die Schüler mehr als im ganzen Schuljahr.“
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"Da ist ja eine Leiche! Sch...,die ist ja tot"
IGS Aurich-West: Theatergruppe "2. Akt" spielt "irgendwie frei" über Drogenprobleme
Aurich
(von Roland Moll). Stress in der
Familie, Frust in der Schule. Wer kennt das nicht, in welcher Familie stellen
sich diese Probleme nie? 25 Jugendliche der IGS Aurich-West - alle besuchen
den Wahlpflichtkurs ,,Theatergruppe 2. Akt“
- setzen sich seit einem halben Jahr mit der selbst ausgewählten
Konflikt-Problematik Schule. und Familie auf der einen und Suche nach einem
anderen Leben auf der anderen Seite auseinander.
Dass
Schüler dieser Altersstufe ein so problematisches Feld dermaßen vielschichtig
bearbeiten und darstellen können, verblüfft. Selbst die Sorgen der Eltern
werden treffsicher beleuchtet und schauspielerisch realitätsnah gespielt. Ob
Jugendliche doch mehr Ahnung von den Sorgen der Erwachsenen haben, sich selbst
in der coolen Clique damit mehr beschäftigen als man denkt?
Als
Spielleiter fungiert Lehrer Wilfried Wiemer, der stets beratend den jungen
Leuten zur Verfügung steht. In mehreren Veranstaltungen stellt der WPK sein Stück
sowohl Schülern wie Erwachsenen vor und hofft auf lebhafte Diskussion in der
Schule wie in den Familien. Vielleicht lässt sich so manch tragisch endendes
Schicksal vermeiden.
,,Irgendwie
frei“ ist in erster Linie ein sehr
ernstes, aktuelles Stück, dramaturgisch gespickt mit beabsichtigt eingesetzten
Lachern - ein Spiegelbild dieser Generation. Treffsicher, nicht albern.
Das Stück lebt in der Darbietung durch spontane Gesprächsgestaltung. Der rote Faden ist vorgegeben, auf fest geschriebene Sprechtexte versichten die jungen Schauspieler. Wer lernt schon gerne Texte auswendig?! Spontan sind sie, spontan wollen sie bleiben. Die eingesetzte Musik übernimmt eine wichtige Aufgabe - wie im täglichen Leben der Jugendlichen auch.
Alle
25 Schüler sind in vollem Einsatz: als Beleuchter oder Beschallungstechniker
und Kulissenschieber. Jeder wird gebraucht, jeder ist wichtig. Schade, dass nur
zwei Jungen in der Gruppe mitmachen, gibt es doch reichlich Rollen speziell für
das starke Geschlecht. Bravo den Mädchen, die sich diese Männerrollen
zutrauen.
| Zum Inhalt: Stress mit den Eltern, immer nur Ärger mit Lehrern und schlechte Zensuren treiben die Schüler zu einer Entscheidung mit fatalen Folgen. Die Clique um Jule und Marc entschließt sich, nach Bremen abzuhauen. Ohne Geld kommen sie aber sehr schnell mit Drogenabhängigen und einem Dealer zusammen. | ![]() |
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Bei einem Bruch wird die ältliche Hausbesitzerin ungewollt erschossen (,,die Pistole ist Schuld“). |
| Überaus professionell gestaltet und berauschend schön erlebt der Zuschauer die Interpretation einer Party. Tolle Lichteffekte geben in faszinierender Weise das Empfindungsbild einer Drogenparty mit Joint und GuteLaune-Pillen wieder. Tragisch und traurig, leider wirklichkeitsnah, dass drei Menschen ihr Leben. lassen müssen. Tim erschießt sich, und ein drogensüchtiges Mädchen stirbt nach Heroinkonsum. Die Feuerbestattung in der Drogenhalle entwickelt sich zu einem halszuschnürenden Ritual. | ![]() |
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Während
fast alle Ausreißer schlussendlich in den offenen Armen ihrer Familien
landen, wird der Dealer in Handschellen abgeführt. Für die Toten ist es
zu spät. ,,Irgendwie
frei“ ist ein Theaterstück aus dem Lebensraum junger Menschen, das
alle angeht, ganz besonders Eltern und Schule. Reden wir darüber! Dieser
Wahlpflichtkurs ,,Theatergruppe 2. Akt“ hat verstanden.
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Tausch: Chefsessel statt Schulbank
Auricher Schüler in der Manager-Rolle von Wirtschaftsunternehmen / Planspiel
| Aurich.
Was macht eigentlich ein Manager an der Spitze eines Unternehmens? Welche
Entscheidungen muss er fällen, um erfolgreich zu sein? - Mit diesen Fragen
setzten sich vom 12. bis 16. März 17 Schülerinnen und Schüler der
Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums Ulricianum und der IGS West in Aurich
auseinander. Der Tausch der Schulbank gegen die Chefsessel von
Wirtschaftsunternehmen wurde im Rahmen einer Projektwoche möglich.
Die Präsentation im Forum der IGS Aurich-West (Fotos: U. Grieb) |
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![]() Interessierte Zuhörer: Vertreter der örtlichen Wirtschaft, Lehrkräfte des Gymnasiums Ulricianum und der IGS Aurich-West |
In enger
Kooperation mit dem Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft
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,,Die
Teilnehmer sollen mit den vielfältigen und komplexen Wechselwirkungen
zwischen Einzelunternehmen
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Bei den Schülern die Lust auf Leistung wecken
Unternehmensplanspiel MIG in Kooperation der OLB und des Arbeitgeberverbandes geht bei Rolf Janssen in die nächste Runde
mag Aurich. Lust auf Leistung zu wecken und das
Verständnis der heutigen Jugend für wirtschaftliche Fragen zu stärken, das
sind die Hauptziele des Management Information Garne, kurz: MIG, das jetzt in
Kooperation der Rolf Janssen GmbH Elektrotechnische Werke und der OLB-Filiale
Aurich in die nächste Runde geht.
Die OLB hatte das Unternehmensplanspiel, das vom
Arbeitgeberverband für Ostfriesland und Papenburg e.V. in Kooperation mit dem
Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft angeboten wird, bereits zweimal
Anfang der 90er Jahre durchgeführt und im vergangenen Jahr mit drei Durchgängen
einen neuen Höchststand erzielt. Nachdem in diesem Jahr bereits ein MIG bei
Trauco in Großefehn gespielt worden ist, folgen jetzt noch zwei Auflagen. Der
Arbeitgeberverband hofft, in diesem Jahr in Ostfriesland und, Papenburg bis zu
zwölf solcher Planspiele anbieten zu können.
An jedem MIG sind 18 Schülerinnen und Schüler
beteiligt, die in praxisorientierten Lehrgesprächen in der Wirtschaft selber
Unternehmensziele und auch die Unternehmensorganisation dargestellt bekommen,
denen Begriffe wie Marketing, Bilanz und Erfolgsrechnung, Gewinn und Liquidität
vermittelt werden, die etwas über Personalführung und die Grundlagen der
deutschen Sozialversicherung erfahren wie auch über Forschung und Entwicklung,
Aktien und Börse.
Aus Schülern werden so im Laufe dieser Woche Vorstände
von Aktiengesellschaften, die die vormittags von Vertretern aus der Wirtschaft
hautnah erhaltenen Informationen nachmittags in Form von unternehmerischen
Entscheidungen umsetzen müssen. Sie treten bei dem Planspiel gegeneinander an,
um als fiktive Chefs auf einem gemeinsamen Markt zu agieren. Über fünf Tage
werden sie jeweils acht Stunden lang mit realitätsnahen Bedingungen
konfrontiert.
Dieser Wandel vollzieht sich bei den Schülern nach
Aussagen von OLB-Filialdirektor Peter Meyerhoff und Klaus Bäcker aus der
Betriebsleitung der Rolf Janssen GmbH sogar äußerlich. Ani Montagvormittag
erscheinen sie zu Beginn der MIG-Woche noch in der typischen
nonkonformistisch/sportlichen Kleidung der heutigen Schülergeneration, spätestens
am Donnerstag, wenn es gilt, das eigene Marketingkonzept vor Publikum zu präsentieren,
zwängen sich die Jungen wie selbstverständlich in Anzug und Krawatte; und auch
die jungen Mädchen arbeiten entsprechend an ihrem Outfit.
Dieser Abend im Forum der IGS Aurich-West,
an dem zahlreiche beteiligte Chefs aus der hiesigen Wirtschaft teilnehmen, wird
auch als Sprungbrett für einen erfolgreichen Start in das Berufsleben gesehen.
Die Wirtschaft hält dort regelrecht Ausschau nach jungen Leuten, die von der
erbrachten Leistung her und natürlich auch von ihrem Auftreten
in das Unternehmen passen.
So ist es denn auch kein Wunder, dass sich mit
Peter Boesel von Hiro, Heida Mönkemeier
aus dem Hause Silomon, Fritz-Werner Schüt von der Firma Schüt-Duis, Dieter
Janssen und Rainer Ludewig Von der Rolf Janssen GmbH sowie Jens Heye von der ,,medilogical
AG“ aus Wiesmoor bekannte Vertreter aus der hiesigen Wirtschaft als Tutoren
zur Verfügung gestellt haben.
Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe hat die OLB
die Unternehmensberaterin Dr. phil. Annette Kleinfeld aus Hamburg gewinnen können.
Sie wird am Sonnabend, 26. März, im Güterschuppen (Alter Bahnhof) über
Wirtschafts und Unternehmensethik referieren. Ihr Beitrag mit dem Thema
,,Wirtschaft und Ethik - ein schwarzer Schimmel?“ war bereits für das
vergangene Jahr geplant, müsste dann aber kurzfristig ausfallen.
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IGS Aurich-West startet ein Europa-Projekt
Ostfriesen brachten jetzt Partnerschaft mit Deutscher Schule in Griechenland auf den Weg
Aurich.
Gemeinsam mit Partnerschulen in
den Niederlanden, Griechenland, Polen und Rumänien wird die IGS Aurich-West
im Sommer ein Projekt starten, das einen Ausbau der beruflichen Orientierung an
allgemeinbildenden Schulen im europäischen Vergleich zum Ziel hat. Aufgrund
ihrer langjährigen Erfahrungen mit berufsorientierenden Maßnahmen, mit
Betriebspraktika und praxisbezogenem Unterricht wird die IGS in dem
Comenius-Projekt ,,Für das Leben und den Beruf nach Europa blicken“, das von
der Europäischen Kommission getragen wird, eine Leitfunktion einnehmen.
,,Unsere Partnerschulen sollen durchaus von unseren Erfahrungen profitieren,
gleichzeitig wollen aber auch wir von den Möglichkeiten, die in anderen Ländern
praktiziert werden, lernen“, so der Projektkoordinator Wolfgang Freitag, der
mit dem stellvertretenden Schulleiter Thorsten Quest, in Thessaloniki war, um
die Partnerschaft mit der Deutschen Schule auf den Weg zu bringen. Zuvor waren
bereits mit den Schulen in Winschoten und Starachowice ähnliche Vereinbarungen
getroffen worden. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Ideen zur Berufsvorbereitung
zu vergleichen und in den Schulen einzusetzen. Schüleraustauschmaßnahmen
sollen dadurch einen neuen Schwerpunkt bekommen, indem berufsorientierende Maßnahmen
zum festen Bestandteil von Austauschfahrten werden. Die IGS Aurich-West kann
dabei ihre langjährigen Erfahrungen mit berufsvorbereitenden Maßnahmen
einbringen; Erfahrungen, über die die Partnerländer nur in Ansätzen verfügen.
So wurde bei dem Besuch in Griechenland deutlich, welch große Schwierigkeiten
dort herrschen, überhaupt ein Instrument wie ein Betriebspraktikum zu
installieren. Erste Versuche mit dem „Auricher Modell“ wurden an der
Deutschen Schule bereits erfolgreich erprobt, eine Ausweitung soll nach Meinung
der Schule in Thessaloniki als Modellversuch erstmalig in Griechenland beantragt
werden. Aber auch für die IGS kann die Zusammenarbeit Gewinn bringen, denn ein
Schwerpunkt ist der Blick auf ,,europäische Berufe“. Durch die Kooperation
mit außerschulischen Einrichtungen soll das Projekt einen Stellenwert erhalten,
der die Öffnung der Schule in die Region und nach Europa deutlich macht.
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Mit dem Patenschaftsprogramm des Bundestages in die USA reisen
Politiker bezahlen für Lena und Marijke von der IGS einjährigen
USA-Aufenthalt
mag Aurich.
Mittendrin statt nicht dabei. So können Lena und Marijke aus Aurich jetzt einen
Werbespruch des DSF umdichten. Denn wenn man sich für etwas bewirbt, dann will
man auch daran teilnehmen.
Nicht anders erging
es der 16-jährigen Lena Olech und ihrer 15-jährigen Klassenkameradin Marijke
Kratzert aus der 10f der IGS Aurich-West, die sich beide um ein Stipendium für
einen einjährigen USA-Aufenthalt beworben hatten. Wahlkreisabgeordnete des
Deutschen Bundestages und Kongressabgeordnete der USA finanzieren gemeinsam
dieses parlamentarische Patenschaftsprogramm.
Der
SPD-Bundestagsabgeordnete Jann-Peter Janssen aus Norden hat die Patenschaft für
Lena übernommen, Gisela Altmann von den Grünen, die nur über die Liste in den
Bundestag eingerückt ist, unterstützt Marijkes USA-Reise.
Für die beiden
Auricher Mädchen, die sich im Rahmen
des Auswahlverfahrens aus den letzten neun Bewerbern durchsetzen konnten,
entstehen keine Kosten, ihre Eltern müssen sie lediglich mit Taschengeld
unterstützen. Hin- und Rückflug, den Aufenthalt in den USA, Schulgebühren, ja selbst die
Krankenversicherung und einen einwöchigen Vorbereitungskurs Ende Mai einschließlich
Reisekosten in der Europäischen Akademie in
Berlin werden aus dem Patenschaftsprogramm finanziert.
Lena und Marijke
wissen noch nicht, in welche Stadt
sie kommen, geschweige denn zu welcher Familie. Sie haben jetzt ein erneutes
Bewerbungsschreiben eingereicht diesmal auf Englisch, und einen Brief an die
noch unbekannte Gastfamilie geschrieben, dem eine Fotocollage mit Aufnahmen aus
der Familie, aus der Schule und aus der Stadt Aurich beigefügt wurde. Die
Partnerorganisation in den USA wäh1t daraufhin eine Familie aus, die aufgrund
von Hobbies und auch a1tersmäßig zu ihnen passt. Lena weiß aus dem Norder
Wahlkreisbüro von MdB Peter Janssen, dass sie insbesondere ihrer guten
Englisch-Kenntnissen den Erfolg ihrer Bewerbung verdankt. Und für Marijke gab
es nach Informationen von Gisela Altmann letztendlich den Ausschlag, dass sie
unter den neun Bewerbern aus dem Wahlkreis Aurich-Emden, die dann in
die engere Wahl gekommen waren, die einzige mit einer alleinerziehenden
Mutter ist und die übrigen aus sozial besser gestellten
Doppelverdienerhaushalten stammen.
Lena und Marijke
fahren Ende August in die USA und werden dort auch ein Jahr die Schule besuchen.
Sie haben bereits den Antrag gestellt, dass sie nach ihrer Rückkehr dann in
Deutschland die 11. Klasse nicht quasi wiederholen müssen, sondern an der
IGS Aurich-West direkt die 12. Klasse besuchen können. Das ist möglich, wenn
die Fächerauswahl beim Schulbesuch in dem
Gastland und der Notendurchschnitt das zulassen. Lena und Marijke stehen jetzt
beide vor dem erweiterten Sek.I-Abschluss.
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aus: Ostfriesen-Zeitung vom 23.02.2001
Philo und neue TechnologienAurich. Zwölfklässler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Aurich-West beschäftigten sich im Philosophie-Unterricht in diesem Schulhalbjahr mit "philosophischen Fragen an die neuen Technologien". Volker Reichardt leitet den Grundkurs. Er hält es für wichtig, auch solche Themen in der Schule zu behandeln. Diskutiert mit: Volker Reichardt, Leiter des Philosophie-Kurses alle Fotos: Ortgies |
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Aurich. Was für eine Zukunft. Computer werden Millionen Mal leistungsfähiger sein als menschliche Gehirne. Sie können hören, lesen, das Gesagte selbstständig verarbeiten und eigene Ideen vorbringen. Der Mensch schiebt sich Mikrochips ins Hirn, um besser zu funktionieren. Irgendwann verschmelzen Menschen und Maschinen. Was Ray Kurzweil in seinem neuen Buch "Homo s@piens" schreibt, macht Meike Knierim Angst. So will die Schülerin nicht leben. Niemals. Die Menschen, der Fortschritt und die Macht der Maschinen. Darum geht es in dieser Unterrichtsstunde. Die Zwölfklässler der Integrierten Gesamtschule Aurich-West disktutieren im Grundkurs Philosophie über die Vision von Kurzweil (siehe unten). Leserstrahl ist dabei.
"Wenn Maschinen helfen, geht das in Ordnung", sagt Frauke Harms. Sie dürften den Menschen aber nicht verstellen. |
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Ersatzteile für den Menschen herzustellen, nur damit er perfekter wird, ist eine grauenhafte Vorstellung. Jedenfalls für die meisten Schüler. Frauke Harms nennt es Riesendummheit. Sven Baumgarten hält die Verschmelzung von Maschinen und Menschen langfristig für unvermeidbar. Er sieht auch Vorteile: Krankheiten und Behinderungen würden beseitigt. Allerdings könne sich das nur ein Teil der Gesellschaft leisten.
"Wo sind die Grenzen", will Kursleiter Volker Reichardt wissen. Frauke Harms: "Wenn Maschinen helfen, geht das in Ordnung." Sie dürfen den Menschen aber nicht verstellen. So ähnlich sehen es auch Per Eggers und Anke Hillen.
Nach Kurzweil kommt der Moment, wo Menschen die künstliche Intelligenz brauchen, um weiterhin kommunizieren zu können. Für Frauke ist das Horror: "Ich möchte ich selbst bleiben." Doch wie soll das in einer Welt möglich sein, wo das Wissen per Chips ins Hirn gelangt? "Gar nicht. Die Individualität geht verloren. Es ist alles eine Soße", antwortet Iris Laqua.
Wenig Hoffnung haben die Schüler, den Fortschritt aufzuhalten. "Die Macht von Geld wird unterschätzt", glaubt Iris. So lange die Wirtschaft Gewinne mit neuen Technologien macht, gibt es keine wirkliche ethische Diskussion. Das zumindest denkt David. Catherine verweist auf das Internet. "Es ist gekommen, und wir haben es genommen, ohne die Gefahren zu sehen."
Ob Kurzweil mit seiner Vision Recht behält, wird die
Zukunft zeigen. Für einen Spinner halten ihn die Schüler aber nicht, auch wenn
er übertreiben mag. "Die Sache kommt auf uns zu. Die Gene sind bereits
entschlüsselt", sagt Sontka Romaneessen. Zu oft wird nur die gute Seite
der neuen Technologien dargestellt. Darin sind sich die Zwölfklässler einig.
Per Eggers: "Die meisten Menschen werden erst merken, was passiert ist,
wenn es zu spät ist."
Was sagt ihr dazu? Mailt an redaktion@ostfriesen-zeitung.de
Mensch und Maschine
werden sich immer ähnlicher. Das ist Vision von Ray Kurzweil in seinem Buch
"Homo s@piens". Die Thesen:
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Menschen wickeln im Jahre 2009 einfache Geschäfte mit virtuellen
Ansprechpartnern ab. Zehn Jahre später erreicht ein PC für 2000 Mark die
Rechenleistung eines menschlichen Gehirns.
>
Bildschirme in Brillen und Kontaktlinsen schaffen eine virtuelle Welt und
verbinden die Menschen miteinander, mit dem Web oder versetzen sie in virtuelle
Orte. 2029 wird es möglich, das Gehirn zu durchleuchten und auf Computer zu übertragen.
Fähigkeiten lassen sich auf Chips speichern und in Menschen einsetzen.
>
Ab 2060 verschmelzen Maschinen-Intelligenz und menschliches Denken. Menschen
setzten sich Implantate ein. Ersatzteile sind immer verfügbar. Wer dies
ablehnt, kann nicht mithalten.
"Derartige Zukunftsvisionen machen mir Angst. Die Menschen
vernichten sich selber. Aus heutiger Sicht möchte ich so eine Zukunft nicht
mehr miterleben und lieber vorher sterben", sagt Janina Helmers.
"Die Menschheit baut, erfindet und entwickelt. Dabei überschätzen wir uns und unterschätzen die Macht der von uns entwickelten Maschinen", findet Frauke Harms. "Was bleibt vom Menschen übrig, wenn er als denkendes und fühlendes Wesen in nahezu allen Situationen durch einen Rechner ersetzt werden könnte?" fragt sich Iris Laqua.
Diskussion
im Klassenraum: Wie wird der Mensch mit den neuen Technologien umgehen? |
"Bisher
dachte ich immer, es wäre besser gewesen vor 50 Jahren geboren zu sein.
Angesichts der Visionen Kurzweils bin ich ziemlich froh, dass ich
wenigstens heute lebe und nicht erst im Jahre 2060", stellt Meike Knierim fest. "Allein
durch die Entwicklung virtueller Gesprächspartner würde sich jeder
Einzelne von der Außenwelt isolieren, bis die Gesellschaft nicht mehr
existiert", sagt Stella
Saretzki.
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"Ich halte
die Visionen für erschreckend, aber realistisch. Erschreckend, da ich dann
lauter Mikrochips in meinem Gehirn habe und zum Teil zu einem Computer
werde", meint Tatjana
van Mark.
"Verstand
gegen Kapitalismus. Wie es enden wird, kann man schon heute in den Videoregalen
sehen", sagt Sontka
Romaneessen.
"Die
Verschmelzung von Mensch und Maschine ist auf Dauer gesehen unvermeidbar.
Krankheiten und Behinderungen werden beseitigt. Allerdings wird dies teuer sein
und die Menschen noch mehr in unterschiedliche Klassen einstufen", befürchtet
Sven Baumgarten.
"Ethische
Bedenken in der Biotechnik von morgen werden in den Hintergrund geraten, solange
die Gewinnspanne der Konzerne stimmt", sagt David Strauß.
"Die
Ausführungen Kurzweils beinhalten eine nicht ausgesprochene Aussage: In naher
Zukunft kann und wird die Maschine den Menschen ersetzen. Jeder, der sich diesem
Trend entgegenstellt, wird nicht fähig sein, weiter zu kommunizieren. Zudiesem
Zeitpunkt wären wir keine gehirngesteuerten intelligenten Wesen mehr, sondern
Spielzeug", sagt Per
Eggers.
"Die
Prophezeihungen Kurzweils scheinen zunächst sehr unrealistisch. Doch die
Sicherheit zu wissen, Kurzweil sei nur ein durchgeknallter Computerfreak,
schwindet immer mehr", sagt ein Schüler anonym.
Diskussion
im Klassenraum: Wie wird der Mensch mit den neuen Technologien umgehen?
Schüler und Lehrer der IGS Aurich-West...
können sich mit sich selbst beschäftigen: Die einen machen die Tische kaputt, und die anderen machen sie wieder heil. So hat jetzt Lehrer Peter Wiegmann „Renovieren von Tischplatten“ als Thema eines Wahlpflichtkurses des 8. Jahrgangs im Fach Arbeit/Wirtschaft/Technik gewählt. Zunächst wurde geklärt, welche Kosten dabei entstehen und wie sie gedeckt werden können. Dann gingen die Schüler ans Werk. Schüler des 8. Jahrgangs kamen so gegen eine Gebühr von fünf Mark in den Genuss eines renovierten Tisches; die restlichen Kosten wurden von der Schule gedeckt. Es wurde nämlich festgestellt, dass sich viele Schultische in einem beklagenswerten Zustand befinden, außerdem nach dem Brand in der IGS viele beschädigte Tische nur notdürftig übermalt worden sind. Unser Bild zeigt die Arbeit mit dem Exzenterschleifer, mit dem der Tisch für die Grundierung vorbereitet wird.
aus: Ostfriesen-Zeitung vom 01.02.2001
Topfit geht's ins Internet: Lehrer büffeln am Computer
Fortbildung an der IGS Aurich-West / Neuer Kollege beginnt seinen Job
tri Aurich.Zwei Neuigkeiten von der Integrierten Gesamtschule (IGS) Aurich-West. Neuigkeit eins: Mit Volker Rudolph aus Hannover hat die IGS einen neuen Planer für fachliche Inhalte. Neuigkeit zwei: Die 120 Lehrer sind jetzt fit in Sachen Computer, weil sie das am Wochenende in einer Fortbildung gebüffelt haben.
Welche Inhalte werden zu welcher Zeit gelehrt? Und wie werden sie überhaupt den Schülern beigebracht? Fragen, mit denen sich ab heute Volker Rudolph als so genannter didaktischer Leiter beschäftigt - gemeinsam mit den Lehrern. Rudolph war bislang an der IGS Mühlenberg in Hannover beschäftigt. Er ist in Aurich Nachfolger von Hajo Hülsdünker, der inzwischen für die Bezirksregierung arbeitet. Rudolphs Devise: ,,Die Schüler sollen eigenverantwortlich lernen."
Kräftig gepaukt haben auch die Lehrer: Excel im Matheunterricht, Internetrecherche und Textverarbeitung. Nach zwei Tagen Computerfortbildung dürften die Lehrer an der IGS ziemlich fit sein. ,,Alle reden von Computern und wir wollten das Kollegium auf Vordermann bringen“, erklärt IGS-Schulleiter Ulrich Mittelstädt. Er hat beobachtet, dass sich viele Kollegen schon beachtlich gut mit Computern auskennen. ,,Wir mussten keinen Experten einfliegen“, sagt er.
Zu Beginn der Computerschulung hielt Dr. Rüdiger Wagner vom Kultusministerium einen Vortrag zum Thema. Seine Botschaft:. ,,Man kann von einer neuen Kulturtechnik sprechen, die in Ausbildung, Studium und Beruf vorausgesetzt wird“. Genau wie Rechnen, Schreiben und Lesen.
Nach dem Referat wurden zehn Gruppen mit verschiedenen Themen gebildet. Schließlich sollen sie den 1 300 Schülern der IGS zeigen können, wie zum Beispiel das Internet sinnvoll eingesetzt wird. Was ist sinnvoll? Was überhaupt nicht? ,,Wenn da kein Lehrer dabei ist, bleibt es meist beim Chatten“, hat Neuzugang Rudolph längst erkannt.
Die IGS ist heute mit rund 80 Computern ausgestattet. ,,Vor zehn Jahren war es noch einer“, erinnert sich Mittelstädt. Ziel müsse es sein, irgendwann zwei bis drei Computer pro Klasse zu haben.
Die Schüler jedenfalls seien ganz heiß auf die neuen Medien, wie Computer und Internet heute genannt werden. In den Mittagsfreizeiten wird fleißig gesurft und auch der Fotokurs ist gut besucht. Dort steht die Jugend nämlich längst nicht mehr in der Dunkelkammer, sondern knipst mit der Digitalkamera, ,,Digi“, und guckt Fotos am PC.
IGS: Lehrer unterrichten Lehrer am Computer - EDV gehört in West längst zum Schulalltag
Großes Interesse an Fortbildung / Alle Kurse mit eigenem Fachpersonal / Neuer didaktischer Leiter
jok Aurich. Die rasant fortschreitende Computer-Technik ist für viele noch ein Buch mit sieben Siegeln. ,,Damit kenne ich mich nicht aus“. - diese Antwort hört man immer wieder. Ganz anders ist es an der IGS Aurich-West - behauptet zumindest die Schule.
,,Dass Lehrkräfte keine Ahnung hatten von Computern und dem, was man mit ihnen überhaupt und in der Schule anfangen kann, ist ein in der Öffentlichkeit gepflegtes Gerücht, das aber nicht stimmt,“ sagt Volker Reichardt, Leiter der gymnasialen Oberstufe. Entsprechend groß sei das Interesse unter den rund 120 Pädagogen an einer Fortbildung gewesen berichtet Schulleiter Ulrich Mittelstädt.
Der Praxistag bot die Chance , vorhandene Kenntnisse zu erweitern und zu vertiefen. Als bemerkenswert wird herausgestellt, dass alle zehn Kurse ohne Fachpersonal von außerhalb geleitet werden konnten. Will heißen: Kollegen haben ihre Kollegen unterrichtet.
Die IGS Aurich-West - so Volker Reichardt - zähle zu den Schulen, in denen Computer schon zum Alltag gehörten: EDV-gestützt auf allen Ebenen verwaltet, mit vier Computer-Unterrichtsräumen ausgestattet, davon drei multimediafähig, also mit Internetzugängen auf sämtlichen Geräten.
Diese Räume sind nach Aussage der IGS fast durchgehend belegt, und im Fach „Freiarbeit“ machen die jüngeren Klassen den Computer-Führerschein, ziehen bei fachübergreifenden Aufgaben auch das Internet zu Rate, gestalten und präsentieren die Ergebnisse mit Hilfe des Computers. Und die Oberstufe verfügt in der Bibliothek über Internet-Anschluss.
Zur Einstimmung
hielt ein Vertreter des Niedersächsischen Kultusministeriums ein Referat
,,Die Fähigkeit zur Handhabung solcher Technologien ist nicht das Ziel schulischer Bildung, sondern nur ein Mittel auf dem Weg zu diesem Ziel,“ sagte Dr. Rüdiger Wagner. Man könne von einer neuer ,,Kulturtechnik“ sprechen, die in der Ausbildung, beim Studium und im Beruf mittlerweile genauso vorausgesetzt werde wie Lese-, Schreib- und Rechen-Fertigkeiten. Wagner in seinem Vortrag: „Die Technologien können die Fähigkeit, Informationen zu bewerten, auszuwählen und zu verknüpfen, nicht ersetzen.“
Beim Praxistag ging es um das Kennenlernen neuer Programme, Besonderheiten der Internet-Recherche und bessere Nutzungsmöglichkelten der Textverarbeitung. Beispiele: die Naturwissenschaftler befassten sich mit neuen Wegen des Mikroskopierens. Das Fach Arbeit/Wirtschaft/Technik wird beim Technischen Zeichnen den Computer anwenden. Die Künstler führen, ein spezielles Programm zur digitalen Bildbearbeitung ein.
Der Computer spielt bei der Planung fachlicher Inhalte eine wichtige Rolle. Dafür ist jetzt Volker Rudolph verantwortlich. Er ist ab heute didaktischer Leiter der IGS Aurich-West und löst Hajo Hülsdünker ab, der vor einem Jahr zur Bezirksregierung ging.
Der didaktische Leiter sei eine Schlüsselposition jeder Gesamtschule, betonte Mittelstädt. Er gestalte das Schulprofil wesentlich mit. Dabei sei eine enge Kooperation mit den Lehrern das A und O. ,,Ich kann auf eine gute Vorarbeit zurückgreifen“, hat sich Rudolph bereits überzeugt.
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Lieder von einem anderen Stern
Imponierende Aufführung des Oratoriums "Canto General" von Mikis Theodorakis
rak Aurich. Mit anhaltendem Applaus und der Forderung nach Zugabe, die gewährt wird, hat das Publikum Mittwoch Abend die Aufführung des ,,Canto General“ gefeiert.
Vier Jahre nach der Orff‘schen ,,Carmina Burana“ hat sich die Integrierte Gesamtschule Aurich-West erneut ein musikalisches Schwergewicht vorgenommen: Das Oratorium des griechischen Komponisten Mikis Theodorakis. Der hat als Stoff Gedichte von Pablo Neruda verarbeitet, in denen dieser seine Liebe zur Heimat Chile und dem chilenischen Volk erklärt.
Ständige Rhythmenwechsel dynamische Gesänge im Wechsel von Chor und Solisten, mal kontrastierend, mal miteinander spielend: Das komplexe Kompositionsschema des Canto General (dt.: Der große Gesang) fordert den Beteiligten große Disziplin und Wachheit ab. Trotzdem herrscht überall Leichtigkeit, und die Spielfreude ist ungeheuer.
Ein Jahr lang ist der Canto eingeübt worden. Die Schule lässt sich bei der Aufführung von Eltern und Freunden, Gästen sowie den hervorragenden Gastsolisten Wiebke Rendigs (Alt) und Hans-Werner Bramer (Bass) unterstützen. Eine zentrale Rolle auch für das eingespielte PercussionEnsemble der Kreismusikschule, das einen treibenden Part hatte, der meist gut umgesetzt wird. Gänsehaut erzeugen vor allem die Passagen, wenn Chor und Orchester eins werden zum großen Lobgesang auf Chile.
Bezaubernde Melodien, mal als Volksweisen zu identifizieren, mal überschwänglich wie bei Volksfesten oder nach Art einer Messe vorgetragen, sorgen dafür, dass auch bei 90 Minuten ohne Pause (!) die Spannung kaum nachlässt.
Den Schluss markiert ein eindringliches, sehr markantes Solo. Insgesamt zeigt sich ein wuchtiger Chor, der gut mit den Solisten harmoniert, und der instrumental gut unterstützt wird.
Das Publikum hört Lieder, die, von einem anderen Stern künden insofern als es auf der Erde, insbesondere in der Dritten Welt, noch Machtstrukturen gibt, die es zu verbessern gilt. Der Canto General ist ein zutiefst politisches Werk. Das machen die eingeschobenen Gedichtpassagen deutlich. Alles hat gepasst. Was wohl als Nächstes kommt?
Erst im Bezirksentscheid ist für IGS Endstation
Schulsport Fußball: "Jugend trainiert"
Marienhafe. Die Jungen dei IGS Aurich-West waren im Schulfußballwettbewerb ,,Jugend trainiert für Olympia“ der Wettkampfgruppe IV (Jahrgang 87 bis 89) äußerst erfolgreich. Nachdem sie sich zunächst den Titel des Kreissiegers Aurich in Norden souverän sicherten, gewannen sie in Ihlow auch den Kreisgruppenentscheid gegen die Kreissieger Leer und Emden. Damit waren sie für den Bezirksentscheid in Marienhafe qualifiziert, an dem sechs Mannschaften teilnahmen.
Gespielt
wurde in zwei Vorrundengruppen. Die Jungen der IGS mussten sich mit der KGS
Rastede und der Martinischule Haren auseinandersetzen.
Im ersten Spiel gegen die KGS Rastede fanden die Auricher nicht zu ihrem Spiel und unterlagen mit 0:2 Toren. Da die Martinischule Haren im nächsten Spiel die KGS Rastede mit 1:0 bezwang, war gegen Haren ein Sieg mit drei Toren Unterschied erforderlich, um die Endspielteilnahme zu sichern. Gegenüber dem ersten Spiel waren die Jungen nicht wiederzuerkennen. Es wurde um jeden Ball gekämpft, flüssige Kombinationen kennzeichneten das Spiel der Auricher. Die 170 mitgereisten IGS SchülerInnen spendeten Szenenapplaus . Bis 10 Minuten vor dem Spielende führten die Auricher durch Tore von Thah Loi Tran mit 2:0, waren dem dritten Treffer sehr nahe, ehe ein Gegentor alle Hoffnungen zunichte machte. So blieb letztlich ein 2:1-Erfolg.
Turniersieger wurde die Mannschaft aus Rastede, die sich im Endspiel gegen Steinfeld mit 4:1 durchsetzte und zum Landesentscheid nach Barsinghausen fährt.
Pathetisch-rhythmische Gesänge
IGS-West führt den Canto General auf/ Texte von Pablo Neruda/ Musik von Mikis Theodorakis
wit Aurich. Der Chilenische Dichter Pablo Neruda und der griechische Komponist Mikis Theodorakis prägen seit fast einem Jahr einen Teil des Schulleben der IGS Aurich-West. Über 100 Schüler, Eltern und Lehrer probten und proben den Canto General - ein Oratorium von Theodorakis nach Texten von Neruda - und werden das Werk am 15. und 16. Juni ab 19.30 Uhr in der Auricher Stadthalle aufführen. Karten im Vorverkauf sind am kommenden Dienstag und Mittwoch in der IGS zu erwerben.
Schulleiter Ulrich Mittelstädt sagte in einem Gespräch mit den ON, die Gedichte seien patriotische Gesänge im guten Sinne des Wortes, in denen der kurz nach dem Sturz und der Ermordung Allendes gestorbene Dichter Landschaft, Leben und Geschichte seines Landes besinge. Imperialismus, Ausbeutung aber auch die aus der Schönheit und Einzigartigkeit des Landes zu schöpfenden Widerstands- und Heilungskräfte seien Thema der zum Teil hochpathetischen Gedichte.
Theodorakis habe diese Gedichte für sich entdeckt, als er nach dem Militärputsch Mitte der 60er Jahre in Griechenland und nach seiner Entlassung aus der Haft seine Heimat verlassen musste.
Bei der Auswahl des Oratoriums habe jedoch dieser vielfältige politische Hintergrund eine höchst untergeordnete Rolle gespielt. ,,Wir wollten wie bei Carmina Burana, wieder eine große Aufführung auf die Beine stellen und suchten dafür ein Stück, das zum einen viele Mitwirkende er- und zum anderen Laien nicht überfordert. Chorwerke, die diesen Anforderungen genügen sind selten.“ Deshalb habe man sich des Canto General erinnert, der in den siebziger Jahren eine gewissen Bekanntheitsgrad besessen habe, seit Jahren aber kaum noch gespielt werde.
Zudem sei es gelungen, bei einer der seltenen Aufführungen des Stücks die Solistin Wiebke Rendigs für das IGS- Projekt zu begeistern, so dass man im vergangenen Jahr mit den Proben beginnen konnte. Zudem habe Geschichte und Kultur Südamerikas im gesamten Unterricht im ablaufenden Schuljahr einen hohen Stellenwert bekommen, so dass auch diejenigen, die nicht persönlich an der Aufführung des Stückes beteiligt mittelbar in das Projekt eingebunden seien.
Sehr schwierig sei es gewesen, an die Noten zu kommen. ,,Wir mussten sie in Griechenland bestellen. Das große Paket mit all den verschiedenen Noten für Sänger, Schlagzeuger, Solisten und Musiker verschlang allein 800 Mark Porto.“
Nach der Musik gefragt, sagte Mittelstädt, der Canto General bestehe aus relativ einfachen Bausteinen, die aber auf rhythmisch höchst vertrackte Weise aneinandergefügt seien. Das Stück sei deshalb auch als rhythmisch geprägt zu bezeichnen. Die Musik sei sehr wohl auch angeregt von südamerikanischer und griechischer Folklore, ohne jedoch diesen beiden Richtungen eindeutig zuzuordnen zu sein.
Zur
Aufführung gibt die Schule ein Programmheft heraus, das ausführlich auf den
Genuss der musikalischen Darbietung vorbereitet.
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Was verbindet Chile mit der Region Ostfriesland?
IGS präsentiert ein Oratorium von Theoderakis/Neruda
the Aurich. Mit der ,,Carmina burana“, einem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Stück, hat die Integrierte Gesamtschule Aurich vor vier Jahren dargestellt, was Schüler, Lehrer und Eltern musisch darstellen können. Jetzt geht es um ein Werk, das aus den Memoiren des Chilenen Pablo Neruda stammt und musikalisch von dem griechischen Komponisten Mikis Theodorakis in Noten umgesetzt wurde.
Aufgeführt wird dieses Oratorium am 14. und 15. Juni in der Stadthalle Aurich (jeweils ab 19.30 Uhr), wobei nicht ausgeschlossen wird, weitere Termine einzuplanen. Die damit verbundenen Einschränkungen: Zum müssen sich viele Beteiligten im gleichen Zeitraum auf das Abitur vorbereiten. Zum anderen müssen die Solisten beider Aufführungen bezahlt werden.
Das seit September vergangenen Jahres laufende Musikprojekt ,,Canto Generale“ befindet sich, wie jetzt in eine Gespräch mit der Presse dargestellt wurde, in der Endphase. Beteiligt sind etwa 200 Mitwirkende.
,,Konnte die ,Carmina Burana‘ in einzelnen Bereichen noch schulgerecht bearbeitet werden, so wurden jetzt z.B. Solistenpartien von Chormitgliedern gestaltet bzw. instrumental bearbeitet“, hieß es gestern in eine Gespräch mit der Presse. Gewonnen wurde die Bremer Altistin Wiebke Rendigs und der Bassist Hans Werner Bramer.
Die Zusammenarbeit mit den Profis wurde gesucht von den Projektleitern Gerd Brüning und Ulrich Knierim, die dabei auf das bewährte Carmina-Modell zurückgriffen. Aber neue Ideen sind mit neuen Forderungen verbunden, und erforderlich waren diesmal auch Schlagzeuger.
Tim Reken von der Kreismusikschule Aurich/Norden erklärte sich sofort bereit, bei diesem Projekt mitzumachen, und damit war schon gesichert, dass bei der IGS-Aufführung auch der Percussionspart gesichert ist.
An
der Aufführung beteiligt st eine weitere Instrumentalgruppe, bestehend aus
Streichern, Bläsern und Gitarristen. In der jetzigen Projekform soll mit allen
Schülergruppen das bisher Geübte gefestigt und noch nicht Geübtes einstudiert
werden. Hilfe leiten dabei Friederike Abendroth und Adrian Mills. ,,So kann
intensiv in den Einzelstimmen geübt werden“, wurde erklärt.
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IGS-Schüler ist der Sieger
"Geographiewissen" war gefragt
Aurich. Die IGS Aurich-West führte den Wettbewerb GEOGRAPHIEWISSEN durch. Rund 300 Schüler der Jahrgänge 8 und 9 nahmen daran teil. Als Sieger wurde Tobias Paschvoß, Klasse 9c ermittelt.
,,National Geographic“ und der Verband Deutscher Schulgeographen e.V. gehen neue Wege Wer lebt auf dem ,,Dach der Welt“? Welche Sprache spricht man in Brasilien? In welcher Stadt treffen Europa und Asien aufeinander? Solche und weitergehende Inhalte werden täglich in der Mittelstufe der allgemeinbildenden Schulen Deutschlands gelehrt und gelernt.
Um Schülern neue Anreize zu liefern, sich mit dem Fach Erdkunde auseinander zusetzen und mit Lust und Ansporn die Lerninhalte zu erarbeiten, startete im Winter des Jahres 2000 der bundesweite Wettbewerb ,,GEOGRAPHIE WISSEN“. Teilnehmen konnten Gymnasiasten, Real- und Gesamtschüler im, Alter von zwölf bis 16 Jahren. Die Wettbewerbsunterlagen, die Fragen und Durchführungsregeln wurden von ,,National Geographic“ und dem Verband Deutscher Schulgeographen e.V. entwickelt und an alle Schulen in Deutschland verschickt. Jede Schule entschied selbst, ob sie den Wettbewerb durchführte.
Unter allen Schulsiegern ermittelt der Verband die Landessieger, die dann im Mai 2000 an der bundesweiten Endausscheidung teilnehmen, die von ,,National Geographic“ in Hamburg durchgeführt wird. Die Fragen, die zu beantworten sind, beziehen sich auf topographisches Wissen, Landschaftstypen, Bevölkerung und Naturphänomene. Außerdem müssen Karten, Grafiken und Klimadiagramme ausgewertet werden. Das Vorbild für diesen Wettbewerb kommt aus den Vereinigten Staaten.
Seit zehn Jahren läuft dort der Schülerwettbewerb ,,National Geographic Bee“ der National Geographic Society. Im Zwei-Jahres-Turnus wird zudem eine internationale Geographie-Olympiade durchgeführt. Im Jahr 2001 sollen auch ausgewählte Sieger von ,,GEOGRAPHIE WISSEN“ daran teilnehmen, die Altersgrenze für die Teilnahme ist 16 Jahre. Bereits in den Jahren 1998 und 1999 gab es einen Testlauf für den neuen Wettbewerb. Er wurde auf Initiative der bayerischen Lehrerin Berta Hamann und des Didaktik-Professors Dr. Dieter Böhn entwickelt. Mit Unterstützung von ,,National Geographic“ und dem Verband Deutscher Schulgeographen e.V. soll dieser Wettbewerb nun bundesweite Bedeutung und Bekanntheit erlangen.
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Rhetorik statt Klassenfahrt
Oberstufenschüler der IGS Aurich-West rhetorisch geschult
Aurich. Die Oberstufe der IGS Aurich-West geht schon im 2. Jahr mit ihren 11. Klassen neue Wege, was die inhaltliche Bestimmung von Klassenfahrten anlangt. Galten bisher solche Klassenfahrten eher gruppendynamischen oder allgemein berufsorientierenden Zwecken, so steht nun die umfassende rhetorische Schulung aller Schüler im 1. Jahr der Oberstufe im Vordergrund.
Ziel der diesjährigen Schulungswoche war,
den Schülern durch professionelle Rhetoriktrainer begreiflich zu machen, dass sie
verantwortlich dafür sind, dass das, was sie mitzuteilen haben, beim Empfänger such wie
beabsichtigt und richtig verständlich ankommt.
So verbrachte der ganze 11. Jahrgang der Oberstufe der IGS mit den Klassenlehrern
eine Woche im ,,Ludwig Windthorst Haus, einer katholischen Akademie in Lingen-Holthausen. Alle mussten sich auf ein Ziel konzentrieren: Am Schluss vor kritischem Publikum und vor der Kamera in freier Rede ein Referat halten zu können und dabei all das anzuwenden, was bis dahin von morgens bis abends theoretisch und praktisch vermittelt und geübt worden ist: Körpersprache und Stimmführung.
Sie sollten frei werden von Redeangst und Lampenfieber sowie den Zusammenhang von Redeinhalt und Darbietungsweise erkennen. Die Schüler, die in sieben Arbeitsgruppen aufgeteilt waren, zeigten sich fast ausnahmslos trotz (oder wegen) der hohen Anforderungen sehr einverstanden mit dieser Art von Klassenfahrt.
,,Es ist eben nicht so, wie immer wieder gesagt wird, dass junge Menschen nicht gefordert werden wollen. So die Feststellung von Adrian Mills, der als einer der fünf Klassenlehrer diese Studienfahrt organisiert hatte. Man müsse diesen jungen Menschen nur ein überzeugendes Angebot machen, dann werde aus einer Klassenfahrt eine Studienfahrt, während der die Schüler eine Woche lang ein ganztägiges, zielgerichtetes Arbeitsprogramm bewältigen (9 bis 18.30 Uhr), ohne die Motivation zu verlieren.
,,Außerdem, so Adrian Mills, ,,ist die Frage nach der Kommunikationsfähigkeit der Schüler heute eine Frage nach ihren Zukunftschancen. Und das wissen sie auch, deshalb scheuen sie den Stress nicht, weichen ihm nicht aus.
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Mit "Altersspuren" den zweiten Preis gewonnen
IGS-Schüler fotografierten Details und wurden aus über 4000 Fotos als zweite Sieger ausgesucht
uda Aurich. Die Schiller des Wahlpflichtkurses (WPK) "Schwarz-Weiß-Fotografie der IGS Aurich-West haben bei einem Fotowettbewerb mit dem Motto ,,Altersspuren den zweiten Preis gewonnen. Ausgeschrieben wird der Wettbewerb jedes Jahr bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zum Tag des offenen Denkmals. Beteiligen können sich Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren. Über 4000 Fotos wurden der Stiftung im vergangenen Jahr zugesandt. Peter Hürter ist der Leiter des WPK-Kurses an der IGS und schlug für die Motivsuche die Auricher Stiftsmühle vor. Jeder der 17 Schüler des Wahlpflichtkurses konnte mit einem Foto am Wettbewerb teilnehmen. Zusätzlich zum Foto musste auch ein zum Bild passender Slogan oder Kommentar für den Erhalt des Denkmals werben. Hillrich Reuß, Vorsitzender des Auricher Heimatvereins, ist von den Fotos der Schüler so angetan, dass er den Vorschlag machte, in nächster Zeit eine Ausstellung mit allen Fotos zu organisieren. Zeit und Ort stehe allerdings noch nicht fest. ,,Es sind nicht nur tolle Fotos, sondern auch Dokumente, an denen man erkennen kann, dass in der Stiftsmühle etwas getan werden muss, so Reuß. Und auch Ulrich Mittelstädt, Schulleiter der IGS, sieht noch einen tieferen Sinn in den Fotos: ,,Wir leben in einer Zeit, in der die Schule nach In- und Output beurteilt wird und nur die klassischen Fächer wie Latein, Mathe oder Englisch in der breiten Öffentlichkeit Anerkennung finden. Doch die Schüler können sich auch in künstlerischen Fächern weiterentwickeln, so Mittelstädt.
Als Preis erhielt, jeder Schüler von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eine Urkunde und das Buch ,,Kulturgeschichte sehen lernen.
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Auswärtiges Amt unterstützt das IGS-Schulprojekt
Übersetzung ins Hebräische ist geplant
Aurich. Zwei Jahre lang haben Schüler der IGS Aurich-West mit ihren Partnern in Winschoten (Niederlande) und Thessaloniki (Griechenland) recherchiert und dann eine Broschüre über die jüdische Geschichte in ihren drei Städten erstellt. Das Ergebnis war so überzeugend, dass das Auswärtige Amt in Berlin entschieden hat, eine Übersetzung dieser Schülerarbeit ins Hebräische finanziell mit 12000 DM zu unterstützen.
Die IGS Aurich-West hat eine lange Tradition, was die Aufarbeitung der Geschichte der jüdischen Gemeinde Aurichs betrifft. Schon mehrfach hat Lehrer Wolfgang Freitag, der auch den Schüleraustausch der Schule mit Israel betreut, Schülerprojekte in diesem Themenfeld. initiiert.
Vor zwei Jahren startete Freitag eine Zusammenarbeit mit Partnerschulen in den Niederlanden und Griechenland. Man verabredete ein gemeinsames Thema und einigte sich auf eine Vorgehensweise:
In Winschoten arbeiteten die Schüler allgemein über das Judentum; in Thessaloniki schrieben die Schüler über die zweitausendjährige Geschichte ihrer jüdischen Gemeinde und über die bestehende kleine Gemeinde; die Auricher Jungen und Mädchen zeigten in ihrem Kapitel auf, wie man in Aurich nach dem Krieg mit der Vergangenheit umgegangen ist.
Freitag: ,,Bei der Themensuche waren wir schnell auf das verbindende Element der jüdischen Geschichte gekommen. In allen drei Städten hat es einmal eine jüdische Gemeinde gegeben. Besonders interessant war, dass sich in Thessaloniki nach der deutschen Besetzung wieder eine jüdische Gemeinschaft bilden konnte, zu der wir Kontakt aufbauten.
Das Ergebnis der Schülerarbeit aus den drei Schulen war zunächst eine informative 80-seitige Broschüre, die sich gut lesen lässt. Bei der Vorstellung des Büchleins in Thessaloniki und Winschoten hat besonders der Auricher Teil Verwunderung und Anerkennung her vorgerufen: Dort wird beschrieben, wie in den letzten zwanzig Jahren die Auricher Jugendlichen Kontakte zu ihren Ex-Auricher Juden in Israel entwickelt und gepflegt haben. Sehr gut wird heraus gearbeitet, wie den früher aus ihrer Heimat vertriebenen ehemaligen Mitbürgern diese Kontakte gut getan haben. Da wird deutlich, dass die Jugend den alten Menschen ermöglicht hat, sich den Wurzeln ihrer Herkunft wieder zu nähern.
Das hat offensichtlich auch den Pädagogischen Austauschdienst in Bonn beein. druckt. Von dort aus werden die deutschen Comenius-Projekte betreut. Und von dort aus wurde dem Auswärtiger Amt mitgeteilt, dass das Auricher Ergebnis wert sei, ins Hebräische übersetzt zu werden.
,,Das muss aber professionell gemacht werden, so Freitag. ,,Da lauern sonst zu viele Fettnäpfe! Schließlich solle die hebräische Übersetzung dazu dienen, der in Israel immer noch verbreiteten Befürchtung entgegenzuwirken. in Deutschland würde die Geschichte des Holocaust totgeschwiegen. Mit der vorliegenden Broschüre habe man ein überzeugendes Dokument dafür, wie man schulischerseits sehr zukunftsorientiert und konstruktiv mit der deutschen Geschichte umgehe.
Zur Zeit wird mit Hochdruck an der Übersetzung gefeilt und der Druck vorbereitet: Nach der Vorgabe des Auswärtigen Amtes muss das Ergebnis bis zum 15. Januar vorliegen. Danach will die IGS das Ergebnis ihrer europäischen Zusammenarbeit noch für das Internet aufarbeiten und dort bereitstellen.
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IGS Aurich-West probt "Canto General" von Mikis Theodorakis
Nach "Carmina Burana" wieder ein großes Werk für Chor, Orchester und Solisten/ Morgen Probenbeginn
Aurich. Vier Jahre nach dem großen Erfolg der "Carmina Burana" plant die IGS Aurich-West, diesmal in Zusammenarbeit mit der Musik- und Kunstschule Aurich (Percussionsgruppe, Leitung Tim Renken), ein weiteres großes Werk für Chor, Orchester und Solisten aufzuführen: den ,,Canto General" des griechischen Komponisten Mikis Theodorakis, nach Gedichten von Pablo Neruda. Schülerinnen und Schüler der IGS ab dem 9. Schuljahr haben Gelegenheit, den Chorpart im Musikunterricht oder in Arbeitsgemeinschaften einzustudieren. Der Hauptprobentermin für Lehrer, Eltern und Freunde der IGS wird donnerstags in der Zeit von 19.30 bis 21 Uhr liegen. Geprobt wird im IGS-Forum. Probenbeginn ist an diesem Donnerstag. Alle, die Interesse und Lust haben, an der Einstudierung dieses Werkes mitzuwirken, sind herzlich zu den Proben eingeladen. Die Einstudierung der Chöre und die musikalische Gesamtleitung liegt - wie vor vier Jahren in den Händen von Gerd Brüning und Ulrich Knierim..
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Gastfreundschaft der Polen beeindruckte Auricher Schüler
IGS festigte Austauschprogramm mit Starnowice.
the Aurich. ,,Wir waren gespannt, was auf uns zukommt. Unsere Erwartungen sind vielfach übertroffen worden. Das gilt insbesondere für die herzliche Aufnahme, die wir in den Gastfamilien erlebt haben." So einhellig ist die Meinung der 17 Schüler der Integrierten Gesamtschule Aurich-West, die vor kurzem in Polen weilten.
Schon vor zehn Jahren wurde bei einem Kongreß in Berlin der Grundstein für eine Partnerschaft zwischen der IGS Aurich und dem II. Lyceum in Starachowice gelegt. ,,Treibende Kräfte" dieses grenzüberschreitenden Miteinanders waren Gerd Brüning und Marian Janusz 1990 erfolgte erstmals ein Schüleraustausch. Seitdem kommen jährlich junge Polen nach Aurich bzw. gehen Auricher nach Polen. ,,Es hat bei diesem System im Laufe der Zeit gewisse Ermüdungserscheinungen gegeben, aber der diesjährige Aufenthalt in Polen war für alle Beteiligten wieder beeindruckend", so Johannes Funke, der jetzt für den Austausch zuständig ist.
Besichtigungen in Warschau, Kielce und Zakopane sowie Krakau, Besuch der Konzentrationslager in Birkenau und Auschwitz sowie der Höhlen im Kocieliska-Tal, Empfänge durch Repräsentanten von Städten und Landkreisen
- ein umfangreiches Programm hatten die Schüler des Wahlpflichtkurses ,,Landeskunde" zu bewältigen. Drei Tage nahmen sie am Schulunterricht teil, und auch sonst konnte von Langeweile keine Spur sein.
Es gab, so wurde im Gespräch mit den Auricher Schülern deutlich, zunächst einige Verständigungsprobleme. ,,Unsere Partnerschüler haben Deutsch als 2. Fremdsprache, und wer von uns kann schon polnisch. Aber wir haben dann Englisch als Brücke gewählt, und irgendwie kann man sich immer unterhalten", so die Meinung der Schüler.
In diesem Zusammenhang wiesen sie darauf hin, daß in Polen noch acht Grundschuljahre bestehen, und erst dann der Wechsel zum Gymnasium möglich ist, wobei der Abschluß mit der 12. Klasse erfolgt.
,,Rückblickend muß man feststellen, daß dieser Austausch für beide Seiten doch sehr gut gelaufen ist. Das wurde u. a. feststellbar beim tränenreichen Abschied", schilderte Johannes Funke, nach dessen Aussage auch diese Partnerschaft die Möglichkeit bietet, daß sich die Bürger verschiedener Nationen kennenlernen und mögliche Vorurteile abbauen. ,,Die Begegnung mit Polen ist ein Stück Arbeit an einem gemeinsamen Europa, und das wird gerade von den Polen sehr gewünscht, wie wir es erfahren haben", so der IGS-Lehrer.
Was ist bei den Schülern in Erinnerung geblieben: Die Freundschaft mit den jungen Polen, die herzliche Aufnahme in den Gastfamilien, oft verbunden mit einem reichhaltigen Essen (,,viel Fleisch und Kartoffeln"), zum anderen aber auch der Besuch der erwähnten Konzentrationslager.
,,Hier haben sich deutsche und polnische Schüler in den Armen gelegen und geweint. Es ist doch ein schönes Zeichen der Verständigung, wenn uns die Hände gereicht werden, und daß wir offen über die uns gemeinsam belastende Fragen reden können", erklärte Johannes Funke, um anzufügen: ,,Auch bei den Begegnungen mit älteren Polen wurden keine Ressentiments spürbar. Im Gegenteil, es sind immer wieder Bitten geäußert worden, die bestehende Partnerschaft mit der IGS auch auf andere Bereiche auszuweiten, so z. B. mit der Stadt und Vereinen.
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IGS-Lehrern stand das Wasser bis zum Hals
Der Pappelholeinbaum kenterte im Dollart.
uda Aurich. Die Fahrt zwei er IGS-Lehrer per Einbaun nach Appingedam hätte tödlich enden können. Einen glücklichen Zufall haben si es zu verdanken, daß ihr lang geplantes Vorhaben nicht schon auf dem Dollart scheiterte. Dort nämlich kentert ihr ausgehöhlter Pappelstamm.
,,Klaus Ritzer und ich hatten nicht genug Kraft, um gegen die Wellen auf dem Dollart zu paddeln," berichtete Horst Reinders gestern in einem Pressegespräch. ,,Die Folge war, daß der Einbaum sich mit Wasser füllte. Aus schöpfen brachte nichts mehr. Nach einer Weile lag de Stamm mit uns schief auf der Wasser."
Das Wasser stand den Lehrern buchstäblich bis zur Hals. Ihr Glück war, daß da Zollboot mit dem Namen ,,Aurich" zufällig in der Nähe war. Die Besatzung nahm die Ruderer an Bord und schleppt den Einbaum nach Delftzijl.
,,Glücklicherweise waren sie zur Stelle", sagte Reinders.
In Delftzijl kippten die Geretteten das Wasser aus dem Einbaum und paddelten durch die holländischen Kanäle weiter nach Appingedam. Von ihrem Vorhaben, die CD-Roms mit Informationen über das Einbaum-Projekt und über die Agenda 21 in der Appingedamer Schule Ommelander College abzuliefern, ließen sie sich nicht abbringen.
Die zwölf Schüler, die an dem Projekt ,,Zeitentschleunigung" (die ON berichteten ausführlich)teilgenommen hatten, begleiteten den Einbaum in Kajaks. ,,Mit dem Einbaum wäre das viel zu gefährlich gewesen" so Reinders. Voraussetzung für die Teilnahme der Schüler war ein abgeschlossener Ruderkurs. Den Dollart hatten die Schüler vollständig zu meiden, sie überquerten ihn in einem Fährboot. Nach vier Tagen Reise und 29 Stunden Ruderei war die Gruppe endlich am Ziel. ,,Die Schüler und Lehrer in Appingedam waren so kooperativ, daß wir versuchen wollen, eine Partnerschaft zu dieser Schule aufzubauen.
Ursprünglich sollten die Niederländer mit dem Einbaum zurück nach Aurich rudern, doch sie ließen sich etwas anderes einfallen: Im September fährt die Delegation aus Appingedam mit dem Fahrrad nach Aurich. ,,Vieles was sie unterwegs finden, ob Blatt oder Strauch, nehmen sie mit, und gießen es in eine Tischplatte ein", so Reinders.
Die Auricher Schüler verarbeiten ihre Eindrücke in ihren Bildern oder Plastiken. Die Arbeiten werden vom 17. Juli an im Auricher Kunstpavillon ausgestellt. Der von Hand geschlagene Einbaum liegt ab 5. Juli wieder beim Kukelorum. ,,Jeder, der möchte kann sich die Ruder beim Wirt abholen und eine Runde drehen", sagte Reinders.
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aus: Sonntagsblatt vom 20.06.1999
Auto-Scooter in der kleinen Schiffsschleuse
Auricher Gesamtschüler starteten am Freitag in Einbaum und Kajak zur Fahrt ins niederländische Appingedam.
Von unserem Redakteur VOLKER ALTROCK
Am Schluß, kurz vor dem Start; wird es doch ein wenig unruhig in der Kajak-Formation. Mit jedem Meter, den der Wasserpegel in der Schleuse vor der Auricher Gaststätte ,,Kukelorum" sinkt, steigt die Abenteuerlust der zwölf Gesamtschüler. In vier Kajaks, einem Kanadier und einem selbstgeschnitzten Einbaum wollen sie Computerdisketten und eine CD-ROM mit Informationen über ihre Schule und den Agenda-Prozeß in der Stadt Aurich nach Appingedam bringen. Als sich die Schleusentore öffnen, ist es für kurze Zeit ein bißchen wie Autoscooter auf dem Wasser.
Ein Fahrt auf dem Wasser als Kunstwerk. Statt die Informationen auf den Disketten via Internet in Sekundenschnelle zu verschicken, wählte der Leistungskurs Kunst der Integrierten Gesamtschule (IGS) Aurich-West den Einbaum als Übertragungsmöglichkeit - Moderne und Urzeit in der Gegenwart vereint. Auf diese Weise verlängert sich die ,,Datenübermittlung" von Sekundenbruchteilen auf vier Tage oder 342 000 Sekunden. ,,Zeitentschleunigung" heißt das Projekt, während dem sich die Schüler die Zeit nehmen, sich Gedanken um die Zeit zu machen.
Geeske Göhler (18) beispielsweise, die als erste im Einbaum sitzt, reitet, joggt und fährt Kanu. "Da bleibt nicht viel Zeit über, wenn man nachmittags aus der Schule kommt, und in der nächsten Woche drei Klausuren schreiben muß." Andrea Franke (18) beschäftigt sich mit Computern und baut Lautsprecher zusammen. Viel freie Zeit bleibt auch ihm nicht von seiner Freizeit.
Schnell haben die stromlinienförmigen Kajaks den Einbaum überholt. Wo die Kajaks einmal das Paddel ins Wasser tauchen, müssen die beiden Einbaum-Fahrer mindestens dreimal mit dem Paddel ins Wasser stechen Einen, vielleicht auch eineinhalb Kilometer kann man mit dem -zigzentner schweren ausgehöhlten Pappelstamm pro
Stunde zurücklegen. Zwei, wenn es gut läuft. Jede Stunde wechseln sich die Schüler im Ein-baum ab. Am Abend wollen die sie noch das gut 18 Kilometer entfernte Emden erreichen, die Stadt am nächsten Tag vom Wasser aus erkunden. Käptn Blight von der "Bounty" habe seine Ruderer nicht vor 6000 Seemeilen verschnaufen lassen, spinnt ein Zuschauer an Land Seemannsgarn. Dafür wird bei dieser Tour wohl keiner meutern.
,,Mit unserer Aktion wollen wir einen Denkanstoß geben, damit sich die Leute einmal mehr Gedanken um ihre Zeit machen", hatte Göhler zuvor beim Frühstück gesagt und losgerattert: Josef Beuys...soziale Plastik Kommunikation... genauso.. Gedanken machen....- ,,Alles klar?" - Logisch. Und, ist es nicht anstrengend, so einen Einbaum selbst zu schnitzen, mit Hammer und Beil? Da müssen einem doch Arme abfallen? Immerhin - vier Wochen hat es gedauert. Aber die l8jährige winkt ab: ,,Das meiste ist ja mit der Kettensäge gemacht worden." Als die Kajaks ein wenig später zu Wasser gelassen werden, wird auf einem Schifferklavier das unvermeidliche ,,Muß i denn zum Städtele hinaus" angestimmt kurz darauf schallen die Rolling Stones aus dem Lautsprecher.
In Emden, der ersten Tagesetappe, erwartet die Paddler bereits las dreiköpfige Logistik-Team. Es ist im Auto vorgefahren und schon mal das Gepäck Schlafsäcke, Klamotten zum Wechseln, Zahnbürste - in die Jugendherbergen .geschafft hat. Sie sorgen auch dafür, daß an den Zwischenstopps Material für die Kunstwerke bereitliegt, die der Kunst-Leistungskurs noch während der Fahrt zusamrnenbauen will. Die Rinde des Stammes aus dem der Einbaum geschlagen wurde, brachten die Schüler mit Stangen wieder annähernd in Baum-Form, befestigten ein Schild mit der Reiseroute und der Aufschrift "Bin weg" an und stellten es ungefähr dort am Ems-Jade-Kanal auf, wo der Baum einst gefällt wurde.
Heute wollen die beiden Lehrer Horst Reinders und Klaus Ritzer mit dem Einbaum den Dollart überqueren und Delfzijl erreichen - wenn Wind und Wellen nicht allzu schlecht gelaunt sind. Ansonsten fahren sie mit Schülern, die aus Sicherheitsgründen die Fähre benutzen. Das Zollboot "Lüneburg" zieht den Einbaum dann bis nach Delfzijl, von dort gehts es wieder mit Muskelkraft auf dem Kanal weiter bis nach Appingedam, wo die Paddier vom einer Schüler-Delegation der örtlichen Oberschule empfangen werden, dem Ommelander College.
Bis dahin werden die dünnen, aus einer Isomatte herausgeschnittenen provisorischen Kissen durchgesessen sein, .Hansaplast an den Fingern und Hirschkuh-Salbe werden Schwielen an den Händen nicht verhindert haben - und noch mehr Wasser wird durch Astlöcher in den unbehandelten Einbaum gedrungen sein. Appingedam, Aurichs Partnerstadt, ist Endpunkt der Reise der Gesamtschüler. Zurück geht es mit Bus und Auto. Den Einbaum bringen die Appingedamer wieder zurück, zur Not steht ein Lastwagen abrufbereit. Noch einmal dieselbe Strecke - das ist dann doch zu weit.
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Wilfried Wiemer: Musik ist organisierte Zeit
Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung der IGS Aurich-West / Klangreise durch ein knappes Jahrtausend Musikgeschichte
Aurich. Der Vortragende setzte sich an das Instrument, ein elektronisches Klavier -~ und verharrt. Die Zuschauer werden langsam unruhig. Erschwerend kommt hinzu, daß sie frieren, denn alle Fenster und Türen sind geöffnet. Räuspern, leises Husten, Schniefen, unterdrücktes Gemurmel, leichtes Auflachen. Der ,,Künstler" erhebt sich wieder, Türen und Fenster werden geschlossen, der eigentliche Vortrag beginnt.
Ein ,,musikalischer" Scherz? Eine schlichte Verrücktheit? Wilfried Wiemer bittet seine Zuhörer um Geduld. In der Tat hätten sie doch in den vier Minuten und 33 Sekunden, so auch der Name des Stückes von John Uage, etwas gehört Sei das nun Musik gewesen oder nur zufälliges Geräusch? Wo sei die Grenze?
Wiemer schlägt in seinem Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung an der IGS Aurich. West eine Antwort vor: Musik ist organisierte Zeit, und genau das versucht er seinem Auditorium mit einer Klangreise durch ein knappes Jahrtausend Musikgeschichte zu vermitteln. Vom Gregorianischen Gesang über die frühe Mehrstimmigkeit der Motette, über Polyphonie und Homophonie, ein Umbruch, der sich zwischen Barock und Klassik ereignete, über das Phänomen der Wiederholung, unseren Hörgewohnheiten so sehr vertraut, über den etwas freieren Umgang mit Takt und Metrik in der Romantik erreicht er schließlich das 20. Jahrhundert mit seinen vielfältigen experimentellen Ansätzen, dem Zeitfaktor in der Musik den ihm gebührenden Raum zuzumessen und ihn dadurch erfahrbar zu machen.
Es wird zu einer Zeit- und Erlebnisreise in die Fremde, ins im reinen Wortsinne Unerhörte. Wiemer hätte es gar nicht sagen müssen: Das, was er vorstellt, stammt nicht aus den Hitlisten, es ist lupenreines Minderheitenprogramm. Als exzellenter Kenner der modernen Musik hat er immerhin selbst eine ganze Zeit einer Gruppe angehört, die sich in Bremen unter dem Namen ,,ganZeit" der musikalisch-experimentellen Performance verschrieben hatte. So gelingt es ihm, seinen Zuhörern nicht nur die grundsätzlichen theoretischen Ansätze eines Teils des modernen Musikschaffens näherzubringen, wobei diese Ausführungen wohl eher die schon musikalisch Vorbelasteten ganz erreichten, sondern diese Musik vor allem auch als sinnliches Erlebnis vorzuführen. Dabei ist von großer Bedeutung, daß alle Anwesenden durch Wiemers Ausführungen einen Eindruck von der Ernsthaftigkeit dieser Musik gewinnen und Grundelemente von Ordnung in diesem fremden Hörbereich erkennen: wohl die wesentliche Voraussetzung, um überhaupt zuhören zu können.
Was Wunder, daß nach diesen aufregenden 90 Minuten die Gespräche im kleinen Kreis das eine oder andere Hörbeispiel zum Gegenstand haben oder sich mit der Frage beschäftigen, die Wiemer am Ende noch einmal wiederholt hat: ,,Ist das noch Musik?" mit dem anschließenden Zitat des ironischen John Cage: ,,Sie müssen es nicht Kunst nennen, wenn Sie nicht wollen."
Schade, daß der Vortrag am Ende der Vorlesungsreihe ,,Im Fluge der Zeiten ..." der dichtgedrängten Terminlage insofern zum Opfer fiel, daß diesmal vergleichsweise wenige Besucher erschienen waren. So wurde allerdings unterstrichen, daß moderne Musik zum Minderheitenprogramm gehört. Dankbar konnten die Erschienenen aber dafür sein, daß dieser Vortrag zugleich schon als Broschüre vorlag, die neben den theoretischen Ausführungen ausführliche Angaben zu den vorgeführten Musikbeispielen enthält, so auch zum einführenden Stück des mehrfach zitierten John Cage. Die abgebildete ,,Partitur" weist für die viereinhalb Minuten eine klassische Dreiteilung auf. Für jedes der drei Teile gibt er dann aber die Anweisung ,,tacet": Stille.
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Im Einbaum zur Auricher Partnerstadt Appingedam - mit CD-Roms im Gepäck
Interessantes Agenda-Projekt der IGS Aurich-West / Auftaktveranstaltung später
mag Aurich. Die breit geführte Diskussion über das Stadtmarketing hat in Aurich den Start der Agenda-Arbeit etwas behindert, weil die Verantwortlichen, hier in erster Linie der lokale Agenda-Beauftragte, Bauamtsleiter Mimke Schulz, gesehen haben, daß sie es teilweise mit denselben Ansprechpartnern zu tun haben und diese nicht über Gebühr in ihrer Freizeit belasten wollten.
Jetzt aber ist nach drei Sitzungen der Vorbereitungsgruppe, die sich aus dem Agenda-Stammtisch heraus gebildet hat, die Auftaktveranstaltung fest ins Auge gefaßt worden, deren vorgesehener Termin, 3. Juni, sich aber wegen des dann geplanten Sommerfestes der Bezirksregierung wohl erneut verschieben wird.
Nach Aussage von Mimke Schulz habe sich aus den bisherigen Treffen noch kein konkretes Projekt herauskristallisiert, es gebe aber eine Initiative seitens der IGS Aurich-West, die unter dem Agenda-Gedanken zu sehen sei.
Lehrer Horst Reinders berichtete gestern vor der Presse, daß zwölf Schülerinnen und Schüler seines Leistungskurses Kunst seit den Osterferien dabei seien, aus einem dicken Pappelstamm vom Ems-Jade-Kanal einen Einbaum zu zimmern, mit dem dann Computerdisketten und CD-Roms nach Appingedam transportiert werden sollen.
Der Einbaum soll am 1. Mai um 12 Uhr bei der Schleuse Kukelorum erstmals zu Wasser gelassen werden. Am Freitag, 18. Juni, wollen die Schüler dann mit weiteren Begleitbooten über den Ems-Jade-Kanal und den Dollart nach Delfzijl und von dort nach Appingedam starten, um die Disketten und CDs beim Ommelander College abzugeben. Dessen Schüler und Schülerinnen sollen den Einbaum auch später wieder nach Aurich steuern.
Ein wesentlicher Gesichtspunkt bei diesem Datentransfer, der per E-Mail oder Internet weitaus schneller möglich gewesen wäre, ist der Aspekt der ,,Zeitentschleunigung". In der so gewonnenen Zeit wollen die Schüler über gesellschaftliche Probleme und technisch-ökologische Auswirkungen nachdenken.
Dieser Prozeß soll auch in unterschiedlichen Rauminstallationen entlang des Weges sichtbar werden. Außerdem beschäftigt sich die Gruppe mit künstlerischen Darstellungen zum Zeitgeist.
Um das Projekt zu finanzieren, wird jeder Schüler versuchen, 50 numerierte Holzspäne zum Stückpreis von einer Mark zu verkaufen; daraus werden 50 Freifahrten mit dem Einbaum gezogen, die anläßlich der Bootstaufe im Auricher Hafen eingelöst werden können. Alle Erfahrungen und Ergebnisse sollen in einer Dokumentation im Kunstpavillon am Ellernfeld im Juli präsentiert werden.
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Verrinnen der Zeit mit Händen fassen
Vortrag von Horst Reinders an der IGS Aurich-West über Zeitbegriff als Happening
Aurich. Im Rahmen der von der IGS Aurich-West veranstalteten Vortragsreihe "... . im Fluge unserer Zeiten. Probleme mit der Zeit aus verschiedenen Blickwinkeln" kam auch die Bildende Kunst durch den Vortragenden Horst Reinders zu Wort.
Das Forum der IGS Aurich-West ist in ungewöhnliches Licht getaucht. Zahlreiche Overhead-Projektoren werfen farbige Folien mit Texten in perspektiver Verzerrung auf die Wände und Decken, auch in die Glaskuppel über dem Forum. In Vitrinen und an einer Wandfläche ist eine große Zahl von Uhren in bizarrem Design ausgestellt. Die Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs hatten Quarzuhrwerke kreativ umgestaltet. Aus einem Lautsprecher tönt die monotone Stimme der telefonischen Zeitansage. ,,Beim nächsten Ton ist es 19 Uhr, 30 Minuten und 0 Sekunden."
In diesem Ambiente beginnt Horst Reinders seinen Vortrag ,,Kunst-Zeit-Sprünge. Betrachtungen zum Begriff Zeit in der Bildenden Kunst". Seinen Zuhörern wird schnell klar, daß sich in diesem Vortrag die Theorie mit der Anschauung eng verbinden wird, daß darüber hinaus sie selbst Teil einer künstlerischen Rauminstallation sind. Die Blicke schweifen oft vom Rednerpult ab, zu einem grob gezimmerten Gestell. Hier rieselt aus einem aufgehängten Plastiksack ein Sandstrahl und läßt im Verlauf des Abends einen Wecker in einer Sandpyramide verschwinden. Das Verrinnen der Zeit ist mit Händen zu fassen.
Der Vortrag selbst machte deutlich, wie zentral die Zeitproblematik auch in der Bildenden Kunst ist und welche neuen Konzepte vor allem im 20. Jahrhundert für die Auseinandersetzung mit dem Thema gefunden wurde. Horst Reinders wählte prägnante Beispiele aus: bei der Analyse des Bildmaterials war der Vortragende in seinem Element, z. B. beim ,,Jungbrunnen" von Lucas Cranach oder bei der Serie von Selbstprotraits, die Rembrandt im Verlauf seines Lebens gemalt, gezeichnet oder radiert hat.
Nach den konventionellen malerischen Lösungen etwa der Bildserie Monets zur Kathedrale von Rouen oder den berühmten weichen Uhren
bald zu den Beispielen, die den klassischen Kunstbegriff hlnter sich lassen. Etwa Raoul Hausmanns Objekt ,,Der Geist unserer Zeit" von 1919 oder Man Rays berühmtes Metronom.
Besonders ausführlich stellte Horst Reinders den polnischen Künstler Roman Oplaka vor. Hier wurde deutlich, wie ein Konzept der Zeitdarstellung erst mit dem Tod des Künstlers sein Ende finden soll. Malerei, Tonbandaufzeichnungen, Fotografien stehen gleichberechtigt nebeneinander, die Grenzen der Genres sind im 20. Jahrhundert fließend geworden. Konsequenterweise weitete der Vortragende sein Thema auch auf die Bereiche Archltektur und Film aus.
Am Beispiel der Neuen Wache in Berlin,. Unter den Linden, vermochte Horst Reinders besonders eindrucksvo.ll zu belegen, wie im Wechsel der Zeiten die Außenansicht und der Innenraum eines Gebäudes dramatische Veränderungen unterliegt. Die Bundesrepublik Deutschland, die DDR, die Nationalsozialisten, die Weimarer Republik das Kai-
serreich hatten dem Gebäude jeweils unterschiedliche Funktionen zugewiesen. Das Publikum war beeindruckt von dem umfangreichen Bildmaterial zur Neuen Wache, das durch zwei Diaprojektoren so präsentiert wurde, daß sich überraschende Konfrontationen und Einsichten ergaben.
Den Abschluß des Vortrags bildete der Bereich Film und Videokunst. Ein Ausschnitt aus Modern Times von Chaplin z. B. illustrierte noch einmal eindrücklich das Zeit-Thema. Auch der Buddha von Nam June Park, der sein eigenes Videobild in medidativer Versenkung betrachtet, fügte sich in die Reihe von gut ausgesuchten Beispielen an.
Die Zuhörer und Zuhörerinnen dieses Vortrags sitzen zum Schluß im Dunkeln. Ein inszenierter Kurzschluß, das Herausdrehen der Sicherung, gehört zum ,,Happening". Bei Kerzenschein können sie darüber nachdenken, wie die Zeit vergeht und wie jeder Moment durch intensive Wahrnehmung wertvoll wird. Jost Galle
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Auricher Schüler besuchten Israel
Viele haben neue Freunde gefunden
uda Aurich. ,,Der Kontakt zwischen den deutschen und israelischen Jugendlichen war unkompliziert und intensiv", sagte Wolfgang Freitag zum Deutsch-Israelischen Schüleraustausch der Jahrgänge 11 und 12 gestern in einem Pressegespräch. Die Jugendlichen hatten sich beim Besuch der Israelis im Herbst 1998 kennengelernt und freuten sich darauf, drei Wochen lang, vom 14. März bis zum 4. April, in den Familien ihrer Austauschpartner zu leben.
Zwar sollten die Auricher Jugendlichen auch am Schulunterricht in Israel teilnehmen, doch daraus wurde nicht viel; die Schule, die die israelischen Partner besuchten, wurde bestreikt. Wolfgang Freitag übernahm aus diesem Grund an einem Tag sogar den Deutschunterricht.
Überwiegend fiel der deutsche Besuch in die israelische Ferienzeit. So verfügten die Israelis über genügend Zeit, um ihre Freizeit mit den Besuchern zu verbringen. Bei zahlreichen gemeinsamen Ausflügen lernten sich die Jugendlichen noch besser kennen und entdeckten gemeinsame Interessen. Zum Besuchsprogramm gehörte unter anderem eine Reise zur ,,Oase des Friedens", wo arabische und jüdische Familien in Gemeinschaft leben. Weitere Ausflugsziele waren zwei Kibbuze. Hier hätten, so Freitag, die Auricher den
Eindruck bekommen, daß die Bewohner sich von den alten, kommunistischen Idealen trennten.
Vier Schüler besuchten Beduinen und übergaben einen Generator, den der Landkreis Aurich gestiftet hat. Wolfgang Freitag kannte den Scheich des Stammes von einem seiner vergangenen Besuche und berichtete dem Landkreis, wie dringend die Maschine gebraucht werde.
Bei Gesprächen sowohl innerhalb der Gastfamilie als auch unter den Jugendlichen war die deutsche Geschichte nicht das zentrale Thema. Nach Auskunft Freitags machten die Gastgeber ihre Besucher nicht für die nationalsozialistische Vergangenheit verantwortlich. ,,Sie war für alle Beteiligten Hintergrundwissen und keine Barriere." Vielmehr habe man sich über persönliche Dinge unterhalten, etwa über den nächsten Urlaub der Deutschen in Israel: Einige Auricher planen, die Sommerferien bei ihren Bekannten in Bat Yam zu verbringen. Auf jeden Fall soll der Briefkontakt bestehen bleiben.
Eineinhalb Jahre bereiteten sich die Auricher auf den Besuch vor. Jeden Mittwoch trafen sie sich, und informierten sich über die gegenwärtige politische Lage im Nahen Osten und über die Geschichte des Landes.
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Viele nahmen sich Zeit zum Nachdenken über die Zeit
Aus der Hektik des Alltags heraustreten/ Das Thema der Ringveranstaltung der IGS Aurich-West ging unter die Haut
Aurich. Beim Vortragsabend über "Lebenszeit - Zeit zum Leben. Anmerkungen zur Ökologie der Zeit" in der IGS Aurich-West sah man neben denen, für die dieser Ringveranstaltung der Schule fast schon eine neue Tradition geworden ist, auch viele neue Gesichter. Ein Beleg dafür, daß sie das besondere Interesse am Thema gelockt hatte. Dies zeigte sich dann nicht nur in der Konzentration auf den Vortrag selbst, sondern auch in der anschließenden Debatte. In einem für einen Vortrag ungewöhnlichen Ambiente - bei Kerzenlicht und Rotwein - nahmen sich Referent und Zuhörer Zeit, aus der Hektik des Alltags herauszutreten und sich einmal intensiver mit unserem Umgang mit der Zeit zu beschäftigen.
Rolf Runge leitete sein Thema mit einer Reflexion über die Devise "Zeit ist Geld" ein und stellte die These auf, daß unser aller Versuch, Zeit wie Geld zu sparen, unsinnig sei, da angesparte Zeit im Gegensatz zu angespartem Geld immer weniger werde. Er untersuchte diese These im Verlauf seines facettenreichen Vortrags in unterschiedlichen Bereichen. Unter anderem legte er dar, daß der Mensch als bio logisches Wesen Teil der Natur sei und sich nur bei Gefahr der Selbstauslöschung aus dieser Verbindung lösen könne. Besonders deutlich wurde dies im Hinblick auf den Tag- und Nachtwechsel: Obwohl bisher über 150 biologische Rhythmen wie Körpertemperatur oder Blutdruck bekannt sind, die an diesen Wechsel gekoppelt sind, versucht der Mensch, sich 24 Stunden am Tag einsetzbar zu machen. Automatisierung, Tag- und Nachtarbeit sowie weltumspannende Kommunikationssysteme haben eine 24-Stunden-Nonstop- Gesellschaft entstehen lassen, der der Mensch physisch und psychisch nicht gewachsen sei; er benötige den natürlichen Rhythmus von Tag und Nacht sowie von Aktivität und Ruhen.
Runge verwies darauf, daß es kein Zufall sei, daß große Katastrophen wie z. B. die Reaktorunfälle von Harrisburg und Tschernobyl oder die Havarie des Öltankers ,,Exxon Valdez" sich alle zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens ereigneten, also zu Zeiten, in denen unser Körper auf Ruhe und Schlaf und nicht auf äußerste Konzentration eingestellt ist. Einer amerikanischen Studie zufolge summierten sich die volkswirtschaftlichen Schäden durch mangelnden Schlaf auf Milliarden-Beträge.
Rolf Runge ging weiter darauf ein, daß neben dem Tag- und Nachtrhythmus aber auch andere natürliche Zeitgeber wie etwa die Jahreszeiten wirksam sind. Eine Ablösung von der natürlichen Zeitordnung sei zwar möglich, erfordere aber einen z. T. erheblichen Aufwand in Form von Energie und Rohstoffen und habe damit auch ökologische Folgen. Plastisch verdeutlichte er dies am Beispiel von Sommerfrüchten wie Erdbeeren, die wir auch im Winter verzehren wollen. Für den Transport eines Kilos Erdbeeren aus südlichen Breiten - die per Flugzeug erfolge - wurde 1 l Kerosin verbraucht, bei dessen Verbrennung neben anderen Schadstoffen 4 kg Kohlendioxid in sensible Atmosphärenschichten geblasen würden. Damit trage unser Konsum gegen die Jahreszeiten mit zum klimaschädlichen Treibhauseffekt bei.
Weil die Menschen ihr Leben als biologisch begrenzte Spanne zwischen Geburt und Tod definierten, gerate dies zunehmend unter Zeitdruck. Neben der Angst vor dem Tod hätten die Menschen vor allem eine Angst: In diesem zur einzigen und letzten Gelegenheit geschrumpften Leben das Beste und Wichtigste zu versäumen. Bei dem Versuch, möglichst viel ,,Leben" mitzubekommen, hasteten die Menschen dem Leben hinterher und versuchten durch Beschleunigung intensiver zu leben. Nach verschiedenen Beispielen für diese Versuche kam Rolf Runge in seinem Vortrag zu dem paradoxen Ergebnis:
Während die uns Menschen im Durchschnitt zur Verfügung stehende Lebenszeit noch nie so reichlich bemessen war wie heute, leben doch die meisten Menschen heutzutage gehetzter als je zuvor.
Unsere Nonstop-Gesellschaft sei auf dem besten Wege, ,,Alles - zu jeder Zeit - und überall" zu ermöglichen; damit sei aber die Zeit zu Ende; sie zerbrösele förmlich und sei nicht mehr wahrnehmbar. ,, Je mehr wir also unsere Zeit verteuern und unser Lebenstempo beschleunigen - wir werden doch keine einzige Sekunde dabei gewinnen" war Runges Fazit. Nur aus dem Bewußtsein der Endlichkeit des eigenen Lebens, der Endlichkeit der Vorräte und Schätze dieser Erde, der Irreversibilität der Zerstörung von Landschaften und Arten könne die Erkenntnis kommen, daß Maße und Grenzen positive Werte seien, die wir Menschen für unser eigenen Gleichgewicht und das der Natur bräuchten. Er empfahl eine ,,Entschleunigung", ein Leben orientiert an natürlichen Rhythmen und verwies dabei anschaulich auf die Erfahrungen, die jeder z. B. in seinem Garten und in einem direkten Umgehen mit der Natur machen könne.
Wie sehr diese vorgetragenen Gedanken den Zuhörern unter die Haut gingen, zeigte die sich an den Vortrag anschließende Gesprächsrunde, in der in z. T. sehr persönlichen Äußerungen über den eigenen Umgang mit Lebenszeit nachgedacht wurde. Eine wichtige Frage war aber auch die, wie man sich als Einzelner gegenüber dem gesellschaftlichen Zwang zu immer größerer Beschleunigung verhalten könne. Obwohl keine endgültige Antwort gefunden wurde, blieb aber deutlich, daß jeder Einzelne für die Gestaltung seines Leben in der Gesellschaft verantwortlich ist und das von vielen gewünschte Veränderungen auch nur im gemeinsamen Wirken durchgesetzt werden können.
In seinem Vortrag hatte Rolf Runge darauf verwiesen, daß das ,,Recht des Stärkeren" in einer langen Entwicklung der politischen Kultur schließlich durch den Rechtsstaat abgelöst worden ist; dem ,,Recht des Schnelleren" müsse offenbar eine neue politische und gesellschaftliche Kultur entgegengesetzt werden, die die Erhaltung des ,,rechten Zeitmaßes" gewährleistet. Vielleicht muß man ja in diese Richtung weiterdenken?
Die Teilnehmer waren sich einig: Dieser Abend war keine ,,verlorene Zeit"; er lieferte im Gegenteil jede Menge Anregungen zum eigenen Nachdenken und gab Anlaß für intensive Gespräche auch in den folgenden Tagen. Damit erfüllte er voll und ganz die Erwartungen, die die Initiatoren dieser Reihe an das Experiment ,,Ringveranstaltung" geknüpft hatten.
Dieser und die bisherigen Erfolge haben die Veranstalter veranlaßt, die gehaltenen Vorträge in Broschürenform zu veröffentlichen; sie sind jeweils an den Veranstaltungsabenden erhältlich.
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aus
Botschafter Aurichs in Israel
IGS-Ulricianum-Gruppe verabschiedet
wit Aurich. Seit 20 Jahren fahren Jugendliche nach Israel; üblicherweise beginnt eine solche Reise nach einem langen Vorbereitungskurs mit einem Besuch beim Auricher Bürgermeister und dessen Aufforderung, den Gastfamilien und dem Bürgermeister dort die Grüße der Stadt Aurich zu überbringen.
Stöhr sagte gestern den 21 Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren, sie selber hätten am Judenmord keine Schuld, doch ständen sie in der deutschen Verantwortung; sie würden in Israel nicht wie normale Touristen angesehen. Die Verbrechen der Nationalsozialisten seien nach wie vor gegenwärtig, auch in Aurich. Als die Stadt das sogenannte Dahlhoffsche Haus in ein Behördenhaus umgewandelt habe, hahe er von einem ehemaligen jüdischen Mitbürger einen Brief bekommen, der Name sei eigentlich nicht richtig, denn das Haus sei sein Elternhaus gewesen, in dem er mit zwei Geschwistern aufwuchs. Nur er habe entkommen können, seine Eltern und seine Geschwister seien ermordet worden. Stöhr sagte, stellvertretend für viele andere Häuser in Aurich mit gleichem Schicksal werde die Stadt am Dahlhoffschen oder besser Wolffschen Haus eine Tafel anbringen.
Stöhr sagte aber auch, die Jugendlichen sollten nicht angstvoll nach Israel fahren, sondern sich sowohl auf die Erinnerung als auch darauf einstellen, daß die israelischen Jugendlichen ganz ähnliche Themen bewegten wie sie.
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aus der "Ostfriesen Zeitung" vom 21.01.99
Zeit im Roman - gestern war heute
Grillparzer referiert in
IGS-VorlesungsreiheAurich. Mehr als 100 Zuhörer waren beim dritten Vortrag der Vorlesungsreihe ,,... im Fluge der Zeiten" der IGS Aurich-West. Hannes Grillparzer beschäftigte sich an diesem Abend mit dem Roman ,,Gestern war Heute" von Ingeborg Drewitz. Der Untertitel ,,Hundert Jahre Gegenwart" war Anlaß für Grillparzers Überlegungen zur ,,Bewältigung der Zeit" in dem Roman.
Formal straff strukturiert, dabei rhetorisch glänzend vorgetragen Grillparzer brillierte. Mit geistreichen Sprüchen führte der Referent in den Roman ein. Er stellte autobiographische und zeitgeschichtliche Beziehungen her, ließ dann Überlegungen zu Darstellungsproblemen der ,,Zeit" in der Literatur folgen. Seine Behauptung, außer einigen ,,unverbesserlichen literarisch interessierten Deutschlehrern und den Schülern seines Leistungskurses" kenne kaum jemand Autorin und Werk, sei dahingestellt. Schließlich handelt es sich um einen herausragenden Roman der späten Bundesrepublik Deutschland.
Kann ein Roman überhaupt ,,Zeit" und damit historische Abläufe abbilden oder auch nur annähernd korrekt beschreiben ? Muß dies nicht doch der Geschichtsschreibung überlassen werden? Grillparzer konnte deutlich
die Stärken eines literarischen Werkes in der Darstellung gesellschaftlicher und historischer Entwicklungen nachzeichnen.
,,Zeit" wird bei Ingeborg Drewitz aus der Froschperspektive einer kleinbürgerlichen Familie und aus konsequent subjektiver Sicht erfaßt. Vom Beginn dieses Jahrhunderts bis zu den 68ern entwickelt Drewitz aus dem Mikrokosmos der Familie heraus gleichzeitig auch Zeitgeschichte. Und gerade durch die beschränkte familiäre Perspektive werden historische Ereignisse verständlich. So, als Drewitz erzählt, wie durch die Not der Massenarbeitslosigkeit Anfang der 30er Jahre aus dem großmauligen antifaschistischen Vater ein Anhänger der NSDAP wurde. Nicht erwähnt wird dagegen die Machtübernahme Hitlers, hat sie sich doch weit entfernt und ohne unmittelbare Folgen für den Einzelnen abgespielt.
Ein Dichter erzählt, er dokumentiert und analysiert nicht. Daß dieses Erzählen aber viel erhellender sein kann als gut gemeinte oder fundierte Analysen machte der Referent am Roman von Drewitz deutlich. Entscheidungsprozesse einzelner, die letztlich oft auch gesellschaftliche Folgen haben, werden für den Leser nacherlebbar. Die Autorin zeigt, daß sich individuelle Geschichte auch immer innerhalb der gesellschaftlich-politischen abspielt.
Von Thorsten Quest
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Vom Aussteigen aus dem "Zug der Zeit"
Vortrag von Volker Reichardt im Rahmen der
Ringvorlesung der IGS Aurich-WestAurich. Vor annähernd 100 Zuhörern, zu etwa zwei Drittel Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe, hielt Volker Reichardt Ende Dezember den zweiten Vortrag der Vorlesungsreihe ,,. . . im Fluge der Zeiten", die die IGS Aurich-West in diesem Winter veranstaltet. Dabei setzte er sich mit der von der europäischen Kulturzeitschrift ,,Lettre International" ausgeschriebenen Preisfrage ,,Die Zukunft von der Vergangenheit befreien? Die Vergangenheit von der Zukunft befreien?" auseinander.
Reichardt stellte schnell fest, daß in der Formulierung der Frage der entscheidende Begriff gar nicht enthalten sei, nämlich der der Gegenwart. Dabei gebe es sie genau genommen gar nicht, da sie im Zeitenlauf etwa die Ausdehnung hat wie der Punkt in der Mathematik. Allerdings sei sie Reibungsfläche zwischen Vergangenheit und Zukunft und als solche entscheidend für unseren Einfluß auf die Zeit.
Reichardt machte deutlich, daß gerade die Behandlung des ersten Teils der Preisfrage durch die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit in Deutschland und hier vor allem die Auseinandersetzung um die Friedenspreisrede Martin Walsers und ihre scheinbaren und tatsächlichen Folgen bis kurz vor dem Vortrag ständigen Änderungen unterworfen war. Und so trat folgerichtig die Analyse des Konflikts zwischen Martin Walser und Ignatz Bubis und seine Bewertung in den Mittelpunkt von Reichardts Ausführungen, in denen er für eine zwar enttabuisierte, aber dafür um so konsequentere Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen deutschen Vergangenheit eintrat.
Ein ähnlich ,,griffiger" Aufhänger stand Reichardt für die zweite Frage nicht zur. Verfügung. Dennoch gelang es ihm, durch viele Anspielungen auf die konkrete gesellschaftliche Wirklichkeit deutlich zu machen, in wie großem Maße unsere Einflußmöglichkeiten, die Zukunft zu gestalten, inzwischen geschwunden sind. Wir sind in der Regel eingepaßt in den Zeitgeist im ,,Spätherbst der zweiten Moderne". Ohne kritische Kategorien gehorchen wir den ,,Sachzwängen". Reichardt folgte in diesem Teil seines Vortrags strengster, unerbittlicher Logik, um am Ende festzustellen, daß er wohl doch ,,etwas katastrophisch" geworden sei.
Das äußerten hinterher einige Jugendliche, die zunächst etwas ratlos waren, was sie denn gegen die offensichtliche Manipulation des ,,Zeitgeistes" tun könnten. Dabei hatte Reichardt etwas anzubieten: Das Aussteigen aus dem ,,Zug der Zeit", zumindest für einige Zeit. Und die Zeit dann nutzen zum Genauer-Hinsehen, zum Überprüfen und gegebenenfalls zum Nein-Sagen. Er empfahl das Hinein-Schauen in die Zeit, und zwar in der persönlichen Klein-Welt, dem Mikrokosmos. Hier die Zeit anzuhalten und sich dessen bewußt zu werden, was wirklich vor sich geht, darin kann eine Form des Widerstands gegen die Manipulation des ,,Zeitgeistes" bestehen.
Es war keine leichte Kost für die Zuhörerinnen und Zuhörer. Reichardt forderte über 70 Minuten aufmerksamstes Zuhören. Aber er bot auch Hilfen: Rascher Wechsel zwischen hoher Abstraktion und konkreter Erzählung, präzise, bilderreiche Sprache mit prägnanten Formulierungen und überraschenden Wendungen, unterstützt von einer wandlungsreichen, ausdrucksstarken Vortragsweise. Ein Musterbeispiel dafür, wie wichtig Vortragskunst ist, wenn Inhalte differenziert unterbreitet werden sollen.
Die an den Vortrag anschließende Diskussion führte die Auseinandersetzung Walser-Bubis weiter, allerdings auf weit höherem Niveau, d. h. differenzierter und dem aufklärerischen Ziel verpflichteter als es in der Öffentlichkeit erlebt werden mußte. Viele der Besucher werden noch nach Tagen und Wochen sich mit Einzelheiten des Reichardtschen Vortrages auseinandersetzen. Dazu war er doch zu sehr ,,unter die Haut gegangen".
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IGS-Kunstliedveranstaltung - echt geil !
Adian Mills (Bariton) und Ulrich Mittelstädt (Klavier) präsentieren Schuberts "Winterreise"
Aurich. Das war der Weg eines jungen Menschen des 19. Jahrhunderts, den die beiden Interpreten von Franz Schuberts ,,Winterreise", Adrian Mills (Bariton) und Ulrich Mittelstädt (Klavier) den ca. 150 Zuhörern eindrücklich in Tönen und Sprache bildhaft gemacht haben.
Eine scheinbar einfache Geschichte: Ein junger Mann liebt, das geliebte Mädchen beugt sich der Konvention, heiratet reich, der junge Mann geht über viele Stationen an diesem über ihn gekommenen ,,Winter" zugrunde. Ein ,,Winterreise" in den Tod. - Gegenwart stirbt, wenn die Vergangenheit verloren und so die Zukunft ohne Sinn ist.
Eine ausführliche Einführung Ulrich Mittelstädt hat nicht nur auf das Drama dieses existentiellen Liebeskummers eingestimmt, sondern auch diejenigen vorgestellt, die für das Entstehen der ,,Winterreise" verantwortlich zeichnen: Der inzwischen namenlose Dichter Wilhelm Müller, der die Liedtexte geschrieben hat, und der unsterbliche Franz Schubert, der sie in Töne gesetzt hat.
Beide, aber insbesondere Schubert, letztlich im psychischen und sozialen Elend vegetierende Menschen: Der eine, Müller, gebrochen an den politischen Verhältnissen und den im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts scheiternden Freiheits- und Demokratiebestrebungen, der andere, Schubert, schlicht zugrunde gegangen, weil seine Kompositionen nicht das ihnen gebührende Echo fanden und in der Folge nicht zu seinem Lebensunterhalt beitragen konnten.
Er war eigentlich mit seiner ganzen Musik ein Mensch ohne jeden wirklichen Rückhalt. er war ein ,,Obdachloser" in Raum und Zeit. - Beide, der ,,Text-" und der ,,Tonsetzer", starben früh, der eine mit 31, der andere mit 33 Jahren.
Für die rund 100 Schülerinnen und Schüler unter den Zuhörern war ihren eigenen Aussagen nach diese Einführung Mittelstädts sehr wichtig. Sie hatten sich ja auf eine für sie nicht alltägliche, in den meisten Fällen durchaus fremde Text- und Musikpräsentation eingelassen.
So waren sie vor allem gespannt auf die musikalische Umsetzung von 14 der 24 Lieder des Zyklus ,,Die Winterreise". Was dann die ,,Laienmusiker" (Mittelstädt) boten war so überzeugen, daß während des Liedvortrages höchste Konzentration herrschte. Der Vortrag von Mittelstädt hatte den Weg dieser ,,Reise" gezeigt, jetzt wollte man ihn hören.
Zu hören war ein beeindruckender Bariton (Adrian Mills), der die Stimmung der Texte einfing und fühlbar machte, einfühlsam begleitet am Flügel von Ulrich Mittelstädt. Man spürte: die beiden waren gefangen im Gegenstand ihrer Darbietung. Daß sich an deren Schluß zunächst keine Hand rührte, zeugt von dem geschaffenen Eindruck und daß es schwer war, sich von ihm zu lösen.
Erst danach, während des zwanglosen Beisammenseins bei Wein, Säften und Salzstangen, haben die Schülerinnen und Schüler gesagt, was zu spüren war: Gerade für sie war es ein gelungener Abend. Und es kam hinzu, was eine Schülerin mit den Worten ausgedrückt hat: ,,So habe ich Herrn Mills noch nie erlebt."
Diese Schülerin hat den Hauptzweck des Unternehmens ,,Ringvorlesung" an der IGS auf den Punkt gebracht:
Als Schule nicht nur für die Auricher Öffentlichkeit, sondern für die Schülerschaft ein Angebot zu machen, das über den manchmal grauen Unterrichtsalltag hinausweist und Lehrkräfte einmal in einer ganz anderen Rolle erfahrbar zu machen.
Am kürzesten hat den Abend ein Schüler des 13. Jahrgangs zusammengefaßt, den man nie bei einer Kunstliedveranstaltung vermutet hätte: ,,Geil"!
Volker Reichardt
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aus
Menschenrechte aktiv unterstützen
IGS-Schüler zeigen sich themennah
Aurich. Am 10. Dezember 1948 verkündete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Der 50. Jahrestag der Menschenrechte war Anlaß für drei 10. Klassen der IGS Aurich-West, sich fächerübergreifend im Kunst- und Religionsunterricht mit den Menschenrechten auseinanderzusetzen und eine einmalige Kampagne der internationalen Menschenrechtsorganisation ai ,,Zeit zu Handeln" aktiv zu unterstützen. Begleitet wurde dieses Projekt von der Lehrerin Helga Reinders in Zusammenarbeit mit ai.
Mit drei unterschiedlichen Rauminstallationen, die im Zusammenhang mit Menschenrechtsartikeln und biblischen Aussagen stehen, wollen die Schüler an die Einhaltung der Menschenrechte appellieren und gleichzeitig für Unterschriften in einem Unterschriftenbuch von ai werben.
Der Appell geht an alle Menschen, die sich an die Realisierung der Idee der Menschenrechte beteiligen wollen. Ein ganzes Jahr werden auf der ganzen Welt Unterschriften gesammelt. Mit diesen Unterschriften sollen die Regierungen der Welt aufgefordert werden, eine Erklärung der Vereinten Nationen für den Schutz von Menschenrechten zu verabschieden.
Die Schüler der drei 10. Klassen beteiligen sich phantasievoll und kreativ an dieser Kampagne für die Menschenrechte. Die drei unterschiedlichen Rauminstallationen aus verschiedenen Materialien, z. B. Holz (Kreuz), herabhängende Tücher (5 m lange Fahnen), bemalte Leinwände (Paravent), werden durch Mahnwachen der Schüler begleitet. Abwechselnd zu sehen sind die Installationen am Dienstag, 15., Mittwoch, 16., und Donnerstag, 17. September, jeweils von 7.50 bis 15.45 Uhr.
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IGS West: Brandfolgen sind nun getilgt
Wiederaufbau und Modernisierung für 15 Mio. DM/ Pavillon mit vier Klassen als letzter Mosaikstein
jok Aurich. Wiederaufbau und Modernisierung der Integrierten Gesamtschule Aurich-West sind abgeschlossen, die Folgen des verheerenden Brandes zu Pfingsten 1994 damit getilgt. Als letzter Mosaikstein wurde jetzt der Pavillon mit vier Klassenzimmern erstellt.
15 Millionen Mark wurden für die Baumaßnahmen ausgegeben, wie Landrat Hinrich Swieter gestern in einer Pressekonferenz mitteilte. Einen Großteil, nämlich 7,6 Mio. DM, deckte die Brandkasse ab.
Das Schulleben hat sich wieder normalisiert, nachdem 700 brandgeschädigte Schüler für längere Zeit ausgelagert werden mußten und über Aurich verteilt ihren Unterricht bekamen. Die Letzten von innen konnten zu Beginn dieses Schuljahres wieder in die vertraute Umgebung zurückkehren. Die IGS ist siebenzügig und hat derzeit 1350 Schüler.
,,Die Feuerkatastrophe haben wir dazu genutzt, um die Schule den neuesten Anforderungen anzupassen," sagte Hinrich Swieter. Oberstes Gebot war, für bessere Licht- und Luftverhältnisse zu sorgen - der Mittelteil mit den Fachräumen verfügte lediglich über Plastikluken, die im Laufe der Zeit auch noch blind wurden.
Durch den Umbau wurde die ,,Schulstraße" vom Dach befreit, so daß nunmehr genügend Tageslicht und Frischluft Ln die Klassenräume gelangen kann.
Die Bauarbeiten wurden durch den Schulbetrieb erschwert, und umgekehrt war es ebenso, doch Schulleiter Ulrich Mittelstädt wie auch Herbert Akkermann vom Baudezernat der Kreisverwaltung versicherten übereinstimmend, daß es durch gute Koordinierung gelungen sei, die Probleme zu lösen.
Mittelstädt machte deutlich, daß die Einrichtung der vier zusätzlichen Klassen nichts mit dem Brand zu tun hätten - dieser Wunsch sei schon wesentlich älter gewesen. In dem Pavillon werden allgemeine Unterrichtsräume hauptsächlich für den 10. Jahrgang untergebracht.
Im Rahmen des Pressegesprächs verteidigte Oberkreisdirektor Walter Theuerkauf den Beschluß, in der Stadt Aurich eine zweite IGS zu bauen (sie steht bekanntlich in Egels): ,,Es ging darum, eine Mammutschule zu schaffen oder laufend Schüler abweisen müssen - oder eben die zweite Gesamtschule zu errichten." In West und in Ost gebe es pro Jahrgang elf Klassen, und das, obwohl auch noch in Ihlow eine KGS existiere.
Wie Mittelstadt berichtete, mußte die IGS West aufgrund des großen Interesses im Hinblick auf das nächste Schuljahr 18 Kinder per Losverfahren abweisen.
Für Hinrich Swieter ist eine Gesamtschule in Moorhusen für die nächsten Jahre kein Thema: ,,Das Bauvolumen übersteigt die finanziellen Kräfte von Gemeinde und Landkreis."
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"Volle Theaterdröhnung" von IGS und Ulricianum
Zehn Tage Schultheater in Aurich/ "Projekt 75" und "Theater Arkanum" wechseln sich ab/ Komödien und Tragödien
max Aurich. ,,Volle Theaterdröhnung" lautet das Motto unter dem die Theatergruppen der Auricher Schulen IGS und Ulricianum ab Donnerstag einen so noch nicht dagewesenen Theatermarathon anbieten: Zehn Tage lang gibt es jeden Abend eine Theatervorführung. Nur am Donnerstag dem 10. Juni, gönnen sie sich eine Pause - und selbst das ist noch nicht sicher.
Die Schülertheater der beiden Schulen haben in Aurich Tradition. Bislang liefen die einzelnen Vorführungen je. doch unabhängig voneinander, es gab keine Absprachen - aber auch keine Konkurrenz. Man achtete einander und sah sich gerne die Stücke der anderen an.
Da die Aufführungen in der vergangenen Jahren zeitlich immer näher aneinanderrückten, entschlossen sich die Projektleiter der Schulen, Wilfried Lange am Ulricianum und Rolf Runge an der IGS gemeinsam mit ihren Schülern zur naheliegenden Zusammenarbeit.
Am kommenden Donnerstag startet ,,Projekt 75" (Ulricianum) um 19.30 Uhr im Güterschuppen mit John Websters Tragödie ,,Die Herzogin von Malfi". Das Stück entstand 1630, Webster ist also ein Zeitgenosse Shakesspeares.
Es handelt sich um die Geschichte einer Frau, die bereits im jungen Alter von 20 Jahren verwitwet. Ihre Geschwister wollen auf keinen Fall, daß sie wieder heiratet. Doch genau das macht die Herzogin - heimlich und zu allem Übel noch nicht einmal standesgemäß. Als ihre Geschwister davon erfahren, beginnt eine wüste Intrige, mit dem Ziel, die Frau in den Wahnsinn zu treiben und dann zu töten.
Das im Original sechs bis sieben Stunden dauernde Stück wurde von der Theatergruppe auf drei Stunden gekürzt. Immer noch eine lange Zeit, da die Komödie sehr textintensiv ist und auch darstellerisch alles von den 14 bis 22 Jahren jungen Schauspielern abverlangt. Wie im Ulricianum üblich, sind die großen Rollen doppelt besetzt. Außerdem haben sich die jungen Akteure einiges einfallen lassen, um der Aufführung ihren ganz persönlichen Stempel aufzudrücken.
Freitag ist dann Premierentag für die IGS. Ebenfalls um 19.30 Uhr öffnet sich im Subforum der IGS der Vorhang für ,,Hexenjagd" von Arthur Miller. in den 50er Jahren dieses Jahrhunderts geschrieben, ist es nicht so alt wie die Vorlage des Ulricianums, aber nicht weniger dramatisch.
Miller schrieb das Werk anlässlich der Kommunistenverfolgung in den USA. Zur Verdeutlichung des Themas griff er auf eine wahre Begebenheit in der fiühen Geschichte der Vereinigten Staaten zurück: In einem kleinen Ort haben sich die Bürger durch Intrigen, Gerüchte und Lügen in einen Hexenwahn gesteigert und eine Lawine ins Rollen gebracht. Dutzende von unschuldigen Bürgern werden gehängt, ohne das andere ,,Beweise" gegen sie vorlägen als die Aussagen von Huren, Neurotikern und verängstigen Kindern.
Auch das ,,Theater Arkanum" mußte die Originalfassung drastisch auf etwa zwei Stunden Spielzeit kürzen. Die verbleibende Zeit reicht den 16 bis 19 Jahren jungen Schauspielern trotzdem aus, den Besuchern manche Schauer des Grauens über die Rücken zu jagen.
Beide Stücke sind sehr dramatisch - aus diesem Grund (und auf vielfachen Wunsch) entschloß sich ,,Projekt 75" zu zwei weiteren Aufführungen, nämlich von ,,Lysistrata". Diese Komödie hatte bereits vergangenes Jahr für Furore gesorgt. Dazu kommt noch die gleichzeitig deutschsprachige und polnische Inszenierung von ,,Worte der Liebe", die ,,Projekt 75" gemeinsam mit Freunden aus Breslau ebenfalls am kommenden Freitag um 19.30 Uhr im Güterschuppen aufführen wird.
Lange und Runge sind nach eigenen Worten sehr gespannt, wie diese Form des ,,geballten Schülertheaters" beim Auricher Publikum ankommen wird. Beide machten deutlich:
Eine weitere und engere Zuammenarbeit in der Zukunft ist nicht ausgeschlossen. Selbst an die Fußballfans haben die Beteiligten gedacht; schließlich laufen einige Vorführungen parallel zur Fußballweltmeisterschaft. Die Zuschauer werden bei wichtigen Spielen über die aktuellen Ergebnisse sofort informiert. Über das ,,Wie" schwiegen sich die beiden aus, aber das Schmunzeln in ihren Gesichtern ließ einiges vermuten. -. Zur besseren Übersicht hier die Termine der einzelnen Aufführungen: ,,Die Herzogin von Malfi": 4., 8., 9. und 11. Juni jeweils um 19.30 Uhr im Güterschuppen; ,,Worte der Liebe": 5. Juni um 19.30 Uhr im Güterschuppen; ,,Lysistrata": 6. und 7. Juni, jeweils um 19.30 Uhr im Güterschuppen; ,,Hexenjagd": 5., 12. und 13. Juni, jeweils um 19.30 Uhr im Subforum der IGS.
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Interdisziplinäre Ausstellung zum Thema Aids
IGS-Arbeiten aus dem Projekt "Künstler und Schule werden ab Sonnabend im Kunstpavillon gezeigt
Aurich. In Kooperation mit dem Kunstverein Aurich und dem Auricher Bücherfrühling wird am Sonnabend um 16 Uhr im Kunstpavillon am Ellernfeld eine Ausstellung aus dem Projekt ,,Künstler und Schule" der IGS eröffnet. Der Kunstverein Aurich feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Die Ausstellung ,,Künstler und Schule" im Kunstpavillon ist die 50. Ausstellung des Kunstvereins.
Das Projekt ,,Künstler und Schule" zum Thema ,,Aids und Glaube" ist ein fächerübergreifendes Projekt, das in zwei 9. Klassen der IGS Aurich West durchgeführt wurde. Es verbindet die Fächer Kunst und ev. Religion. Neben der Malerei wurde die Literatur als gestalterisches Ausdrucks. mittel benutzt. Arbeitsgruppen haben sich nach Neigung und Interesse gebildet. Fachleute wurden in die Schule geholt, die mit den Schülern arbeiteten. Die Schule hat sich geöffnet, den Schülern neue Lernerfahrungen in und außerhalb der Schule ermöglicht. Die Leitung des Projekt hatte Helga Reinders, Lehrerin an der IGS Aurich-West.
Das innerhalb des Projektes unter Leitung des Warsingsfehner Künstlers Joachim Jaenichen-Emden entstandene Gemälde besteht aus sieben verschiedenen Bildtafeln unterschiedlicher Bildformate, die, zusammengestellt, eine Einheit bilden. Es ist ca. 3 m hoch und ca. 2,5 m breit. Acryl auf Leinwand, verschiedene Materialien.
Es steckt voller Hinweise, Verschlüsselungen und Entdeckungen zum Thema ,,Aids und Glaube" und spiegelt die künstlerische Auseinandersetzung der Schüler wider. Dazu werden die Literaturergebnisse vorgestellt, die in der Wortwerkstatt innerhalb des Projektes unter Leitung der Autorin Hilka Koch aus Rostrup bei Bad Zwischenahn entstanden sind.
Auch der Versuch, Literatur durch Körpersprache und Bewegung auszudrücken, wird am Sonnabend um 16 Uhr zu erleben sein. Hier leistete Margret Castricum vom Gesundheitsamt Aurich hervorragende Präventionsarbeit. Die Schauspielerin Sigrun Kaethner-Böke aus Leer wird die Projektergebnisse der Schüler durch eine Lesung zum Thema ,,Aids" ergänzen.
Die Ergebnisse der verschiedenen Disziplinen werden wie ein Puzzle zusammengefügt In der Einheit sind sie exemplarisch für den Versuch einer künstlerischen Auseinandersetzung mit den ,,inneren und äußeren Landschaften" des
Menschen, den Gefühlen, Emotionen, Ängsten und Konflikten junger Menschen zum Thema ,,Aids und Glaube", eine Verbindung der Fächer Kunst und ev. Religion.
Begleitet werden die Schülerarbeiten durch ausgestellte Exponate der ,,Gruppe 93" aus Warsingsfehn und Leer, erwachsene Schüler des Künstlers Joachim Jaenichen-Emden. Die Begegnung zwischen den Malerschülern aus den 9. Klassen und den erwachsenen Malerschülern des Künstlers soll die Lernerfahrungen der Beteiligten bereichern und die Kommunikation untereinander fördern.
Die Arbeiten der ,,Gruppe 93" sprechen für sich. Man achte auf die ,,Grammatik", die den Bildern zugrundeliegt, die Kompositionen haben ihre eigene ,,Syntax" und ,,Semantik"' aus jedem Bild spricht eine andere Sprache.
Ergänzt werden die Projektergebnisse und Exponate durch zwei Lesungen Im Kunstpavillon anläßlich desBücherfrühlings. Am 14. Mai um 20 Uhr liest Hilka Koch Prosa und Lyrik, ,,Lebenszeit - unterwegs ins Ungewisse", und am 19: Mai um 20 Uhr liest Anne Galle Prosa und Lyrik, ,,Mein weißes Land", begleitet wird sie vom Gitarristen Robert Willms.
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"Ostfrieslandhain": 1000 Bäume für Israel
21500 DM gespendet für die Aufforstung der Negev-Wüste
Im Wald Deutscher Länder in der nördlichen Negev-Wüste von Israel gibt es nun auch einen ,,Ostfrieslandhain", in dem rund 1 000 Bäume gepflanzt worden sind bzw. noch gepflanzt werden. Finanziert wurde die Maßnahme durch eine Spendenaktion, bei der insgesamt rund 21 500 DM zusammenkamen.
the Aurich. Im November 1996 beschloß die Arbeitsgemeinschaft Ostfriesland der Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) , diese Aktion zu starten und mit der Durchführung die Vorstandsmitglieder Simone Brehmer, Hans-Joachim Höppner und Gunther Siebels-Michel zu beauftragen. Sie, und auch DIG-Vorsitzender Wolfgang Freitag, zeigten sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis der inzwischen abgeschlossen Aktion Ihr Dank galt allen Spendern. Lobend erwähnt wurden die Städte Emden und Aurich, der Landkreis Aurich, die Kreissparkasse Aurich, die IGS Aurich-West, der Frisia-Frauenchor und die katholische St. Ludgerus-Kirchengemeinde in Aurich.
,,Etliche Unternehmen haben mit dazu beigetragen, daß wir unser Ziel erreicht haben, aber auch jede kleine Spende von Bürgern hat uns geholfen", betonte Gunther Siebels-Michel, der beim Pressegespräch am Dienstag im Hotel ,,Brems Garten" dem Emder Uwe Lampadius den Gutschein für einen Freiflug nach Tel-Aviv überreichte, gestiftet von der israelischen Fluggesellschaft El M. Lampadius ist der Gewinner eine Verlosung, die zum Abschluß der Spendenaktion stattfand.
Im kommenden Monat April fahren 31 Ostfriesen nach Israel. Sie werden miterleben, wenn die DIG-Arbeitsgemeinschaft den ,,Ostfrieslandhain" offiziell an den Jüdischen Nationalfonds (KKL- Keren Kayemeth Leisrael) übergibt und eine entsprechende Spendentafel enthüllt. Unter Federführung des KKL wird seit vielen Jahren Aufforstung und Wasserwirtschaft betrieben.
Im israelischen ,,Ostfrieslandhain" wachsen klimabezogen Bäume wie Pinien, Kiefern und Akazien. ,,Diese Aktion ist völkerverbindend, denn Bäume kennen keine Personen und Rassen", deutete Gunther Siebels-Michel an.
Wie Wolfgang Freitag mitteilte, hat sich die DIG in ihrer Informationsarbeit jedes Jahr eine neue Zielgruppe ausgesucht, um Israel in möglichst vielen Bereichen ins Gespräch zu bringen. Die Pflanzaktion ist zwar abgeschlossen, doch - Spenden nimmt die DIG nach wie vor noch entgegen.
Wichtig ist nach Darstellung von Oberstadtdirektor Dr. Hinnendahl (Emden), insbesondere die Jugend mit der jüdischen Geschichte vertraut zu machen und entsprechende Kontakte zu ermöglichen, so beispielsweise durch Schulpartnerschaften. Emden fühlt sich, so Hinnendahl, bezogen auf die ehemals vorhandene große jüdische Gemeinde besonders verpflichtet, das deutsch-israelische Miteinander zu fördern.
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Schulen auf den Spuren jüdischer Geschichte
bol Aurich. Das zehnjährige Bestehen der Schulpartnerschaft zwischen der IGS Aurich West und dem Christlichen Schulzentrum-Ubbo Emmius in Winschoten bot Anlaß zu einem bislang einzigartigen Projekt. Gemeinsam wollen Schüler und Lehrer beider Schulen die Spuren jüdischer Geschichte und Kultur erkunden. Dritter im Bunde ist die griechische Abteilung der Deutschen Schule in Thessaloniki, zu der ebenfalls freundschaftliche Beziehungen aufgebaut wurden.
Während die niederländischen Schüler dem Glauben und der Jahrtausende alten Geschichte des Judentums nachgehen, die jüdische Kultur und den jüdischen Alltag vorstellen und die Ergebnisse ihrer Arbeit im Mai in einer Ausstellung im Historischen Museum in Aurich darstellen wollen, beschäftigen sich die Jugendlichen aus Griechenland mit der jüdischen Gemeinde im Spiegel der Schülerschaft der Deutschen Schule vor Ort. Die Auricher hingegen wollen Einzelschicksale als Beispiele für die NS-Verfolgung beleuchten.
Ziel ist es, nicht nur die Vergangenheit wachzurufen, sondern vor allem Bezüge zur Gegenwart herzustellen. Die Ergebnisse aus den drei Ländern sollen schließlich in einer Broschüre zusammengefügt werden.
Die Europäische Union will das sogenannte ,,Comenius-Projekt" mit Zuschüssen unterstützen, die vorwiegend für Literatur verwendet werden sollen. Die Forschungsarbeiten sollen fächerübergreifend erstellt werden und sämtliche Jahrgänge der drei Schulen einbeziehen.
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aus den ON vom 05.12.1997:
30000 Mark vom
Förderkreis für IGSwit Aurich. Der Förderkreis der Integrierten Gesamtschule West hat bis Ende 1996 in den 23 Jahren seines Bestehens der Schule 100000 Mark zur Verfügung gestellt, zu denen sich in diesem Jahr noch einmal mehr als 30000 Mark addieren. Das wurde am Mittwoch abend der Öffentlichkeit mitgeteilt.
Nach Auskunft der Vorsitzenden, Marianne Dubiel, ist das sehr gute Ergebnis dieses Jahres auf den Fund-raising-Lauf während der Feierlichkeiten zum 25jährigen Schuljubiläum zurückzuführen. Wie berichtet. hatten Schüler bei Eltern und Verwanden um Spenden gebeten, deren Höhe sich nach der Laufleistung des Schülers richten sollte. Nach Auskunft des Fördervereins sind die Laufleistungen der Schüler erheblich und so groß gewesen, daß manche Eltern sich beträchtlich verkalkuliert und deutlich mehr hätten zahlen müssen, als vorher ausgerechnet; so wurde von einem Mädchen berichtet, das bei verschiedenen Verwandten eine Spende von 9 Mark pro Kilometer zusammen bekommen hatte und dann 24 Kilometer gelaufen sei.
Erfreulich sei auch, daß fast 100 Prozent der Eltern ihre Zusage wahr gemacht und gezahlt hätten. Und für die Schüler sei es eine besondere Selbsterfahrung gewesen festzustellen, doch mehr als nur einen oder zwei Kilometer auf den eigenen Beinen bewältigen zu können. Am Lauf nahmen 1382 Schüler teil, die insgesamt 10082 Kilometer liefen, wobei laufen ganz bewußt nicht immer rennen bedeutete, da die Übersäuerung der Muskeln mit Blick auf eine möglichst hohe Kilometerzahl verhindert werden sollte.
Der Lauf erbrachte für den Förderverein rund 18000 Mark, die sich aufgrund weiterer Spenden auf 26000 Mark addierten. 1800 Mark davon waren für den Friedenshain in Israel zweckbestimmt und weitere 16600 Mark wurden für das (auch schon) von den ON vorgestellte Kletternetz ausgegeben.
Zusammen mit den Mitgliederbeiträgen verfügt der Förderkreis damit noch über 10000 Mark, die für ein Beach-Handball-Feld, Tischtennis-Platten, Basketball-Körbe und neue Fußballtore zur Verfügung stehen. Auf die Frage, ob der Förderkreis denn hauptsächlich sportliche Aktivitäten unterstütze, sagte die Vorsitzende, das sei überhaupt nicht der Fall. Erstens dienten sowohl das Klettergerüst als auch viele die anderen Geräte nicht dem Sportunterricht sondern förderten die Bewegung während der Pausen; und zweitens hätten ich ja gerade die Sportler in dies,em Jahr besonders engagiert, weshalb auch das Geld in Richtung Bewegungsförderung fließe. Nach Auskunft von Marianne Dubiel hat der Verein im vergangenen Jahr unter anderem Klassenfahrten finanziert, eine Skulpur bezuschußt. Gläser und Kompottschälchen für die Teestube angeschafft, einen Computer erworben oder einen Zuschuß für das Aquarium in der Bibliothek gezahlt. Die Zahl der verschiedenen Ausgaben sei groß. wobei immer, auch von der Schule, darauf geachtet werde, daß der Förderverein nicht Dinge bezahle, die eindeutig Sache des Schulträgers sei. So müßten in einem Trakt Toiletten erneuert werden, wofür beim Schulträger auf absehbare Zeit das Geld fehle - trotzdem wende man sich wegen dieser Ausgabe nicht an den Förderverein.
Wolfgang Freitag, der am Mittwoch abend die Spende für den Friedenshain in Israel in Empfang nahm, erinnerte daran, daß die Auricher in Bat Yam 1000 Bäume pflanzen wollten und dafür 20000 Mark benötigten. 15000 Mark habe man schon, und er sei sicher, auch noch die restlichen 5000 Mark zu bekommen, vor allem dann, wenn die Presse noch einmal die Nummer des Spendenkontos veröffentliche: 41525 bei der Kreissparkasse Aurich. Freitag sagte es sei ein Akt von hohem Symbolwert, wenn Deutsche dafür sorgten, daß die Wüste wieder grün werde.
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aus den ON vom 22.11.1997:
Die Filmemacher der Klasse 11.5 der IGS-Aurich-West...
...nahmen mit ihrem Video ,,Frühlings Erwachen" anläßlich der Uelzener Filmtage 97 an einem Wettbewerb teil und gewannen unerwartet einen mit 400 DM dotierten Preis der Stadt Uelzen. Auslöser der Herstellung dieses Videos war der Entschluß der Klasse und der Klassenlehrerin Ulrike Meiners, ihre Lektüre einmal anders als Üblich zu bearbeiten. Statt das Drama ,,Frühlings Erwachen" von Frank Wedekind Seite für Seite zu interpretieren, einigten sich die Schüler darauf, einige Szenen auf Video festzuhalten
| und sich durch das Spielen von Szenen den handelnden Personen des Stückes anzunähern. Kamera, Schnitt und Regie nahm Eicke Bettinga in die Hand, da dieser bereits Erfahrungen durch eigene private Produktionen mit dem Medium Film gesammelt hatte. Mit diesem Erfolg erfüllte sich die Klasse auch den Wunsch, selbst einmal die Probleme der Jugendlichen darzustellen. Foto: Ulbrich |
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aus den ON vom 21.11.1997:
Mit Partnerschule Kontakte über die Grenze ausgebaut
Stellvertretend für IGS Aurich erhielt H. Hülsdünker den EDR-Preis 97
Im Rahmen des EDR-Studientages für Lehrer wurden gestern in Leer vor rund 200 Teilnehmern Hajo Hülsdünker von der IGS Aurich und Gerrit Runia von der Ubbo Emmius-Schulgemeinschaft in Winschoten mit dem EDR-Preis 1997 für grenzüberschreitende Aktivitäten im Bereich Unterricht ausgezeichnet.
the Leer. ,,Die Jury hatte es diesem Jahr nicht einfach, die Preisträger zu ermitteln, denn die vielerorts geleistete Arbeit irr grenzüberschreitenden Miteinander der Schulen sind beispielhaft", meinte Drs. R.C. Neef, Geschäftsführer der Ems-Dollart-Region mit Sitz in Nieuweschans.
Die Jury entschied sich letztlich für die beiden genannten Lehrer, weil sie immer wieder den Denkanstoß für die notwendigen Aktivitäten gegeben haben. 1982 ging die erste Schülergruppe von Winschoten nach Aurich. und einige Monate später waren IGS-Schüler zu Gast in Winschoten. ,,Aus diesen anfänglich losen Kontakten ist eine enge Zusammenarbeit entstanden. die weit über dem üblichen jährlich erfolgenden Austausch hinausgeht" schilderte Drs. Neef.
In den vergangenen 15 Jahren haben über 600 Schüler an den Austauschprogrammen der beiden Schulen teilgenommen. und noch größer ist die Zahl. wenn man die Beziehungen zwischen den Familien dieser Schülergruppen berücksichtigt.
Wie der EDR-Geschäftsführer erläuterte. finden regelmäßig Gespräche zwischen Schulleitern und Fachlehrern statt, um schulorganisatorische und didaktische Fragen zu erörtern. Zudem trifft man sich bei besonderen Ereignissen. ,,Auf dieser Weise ist ein großes Maß an gegenseitigem Respekt und Achtung voreinander entstanden", so Drs. Neef
Hajo Hülsdünker und Gerrit Runia wurde bescheinigt, in Verbindung mit der EDR an etlichen Aktionen erfolgreich mitgewirkt zu haben, um die gewünschten Aktivitäten auch in andere Schulen hineinzutragen.
Im Rathaus der Stadt Leer erhielten gestern auf Vorschlag der Arbeitsgruppe ,,grenzüberschreitender Unterricht" der Ems-Dollart-Region Hajo Hülsdünker aus Aurich und Gerrit Run ja den EDR-Preis 1997, und zwar für ihren Einsatz zur Förderung deutsch-niederländischer Kontakte. Unser Bild zeigt von links nach rechts:
| EDR-Geschäftsführer Drs. Neef, Hajo Hülsdünker, Anette Vater; Hajo Oldermann und Magret Meinen (alle vier unterrichten das Fach Niederländisch an der IGS Aurich), sowie IGS-Leiter Ulrich Mittelstädt, Gerrit Runia (ebenfalls Preisträger) und Klaas Mulder, Leiter der Schulgemeinschaft Ubbo Emmius in Winschoten. Foto: Theesfeld |
aus den ON vom 24.09.1997:
1450 Nutzer der IGS-Homepage
Auszeichnung für Internetseiten
wit Aurich. Die homepage der Integrierten Gesamtschule Aurich-West ist von der Humboldt-Universität wegen ihrer Originalität, ihrer Aktualität, ihres Layouts, wegen ihrer klaren Gliederung und wegen ihrer umfassenden Information über die Schule ausgezeichnet worden.
Die Humboldt-Universität in Berlin koordiniert die verschiedenen Bemühungen von Schulen, sich im Internet zu präsentieren -Stichwort: Schul-Web-Server -und hat die homepage der IGS unter 139 Angeboten anderer Gesamtschulen an die vierte Stelle gesetzt und mit zehn anderen im Internet besonders hervorgehoben. Die Folge dieser Auszeichnung sind deutlich gestiegene Benutzerzahlen.
Nach Auskunft von Ulrich Grieb - der Französisch- und Erdkundelehrer er hat die homepage in der IGS erstellt - und Schulleiter Ulrich Mittelstädt haben sich seit Januar 1450 Internet-Nutzer für die IGS-West interessiert. Nicht nur hätten viele Nutzer Eintragungen im Gästebuch hinterlassen oder über die Seite eine E-Mail-Adresse von Lehrern oder der Schule angewählt, sondern auch die besondere Dienstleistung der IGS-homepage in Anspruch genommen:
Aus ihr nämlich führten Pfade tiefer ins Internet, auf denen der Nutzer schnell an weitere Informationen zum Beispiel zu einzelnen Fächern komme.
Bislang ist die IGS-.Präsentation im Internet reine Lehrersache, angeregt und auch angeleitet durch den Arbeitskreis um Reinhard Donath, dessen Engagement für die neuen Medien schon mehrfach von den ON vorgestellt wurde. Finanziert wird das Projekt durch die Initiative des Forschungsministers ,,Schulen ans Netz"
Mit Beginn des neuen Schuljahrs jedoch, werden die Schüler an der Gestaltung der Seite beteiligt. 50 Schüler des neunten Jahrgangs hätten sich für den entsprechenden Wahlpflichtkurs interessiert, 16 habe man nur aufnehmen können. Insgesamt nehmen nach Auskunft von Grieb und Mittelstädt 80 Schüler des 9. Jahrgangs an Computerkursen teil, also rund ein Drittel. Bislang sei aber nur ein Computer an das Internet angeschlossen, ein Mißstand, der demnächst behoben werde.
Für die Schule ist die Präsenz im Internet eine Zukunftsinvestition. Mittelstädt erinnerte daran, daß vor fünf Jahren noch niemand etwas mit diesen Dingen zu tun habe wollen und in fünf Jahren die Schule wohl weitgehend vernetzt seien werde. Die Schulorganisation werde sich verändern und die homepage der IGS werde sich in ein ständig aktualisiertes Informationsangebot verwandeln, dem die Schüler, die in fünf, aber möglicherweise auch schon in zwei Jahren in der Mehrzahl über einen Internet-Anschluß verfügten, zum Beispiel Informationen über das MensaEssen genauso wie über Vertretungspläne entnehmen könnten. Außerdem sei die homepage zukünftig so etwas wie eine Schülerzeitung.
aus der Ostfriesen-Zeitung vom 26.09.1997
Internet: Gute Note für die Gesamtschule
Die IGS Aurich-West gehört im Konzert von 139 Gesamtschulen in Deutschland nunmehr zu den zehn Besten. Ulrich Grieb hat dafür gesorgt, daß die Integrierte Gesamtschule Aurich-West auch über das Internet erreichbar ist. Jetzt sollen auch die Schüler Nutzen davon haben.
Aurich. Die Alexander-vonHumboldt-Universität Berlin hat eine Rangliste aller 1 755 deutschen Schulen mit Internet-Angeboten veröffentlicht. Alle sind im sogenannten Schulweb vertreten. Als einzige Auricher Schule landete hier die Homepage der Integrierten Gesamtschule auf Platz vier. Die Seite ist seit Januar im Internet. Die Schule macht bei der Aktion ,,Schulen am Netz" vom Bundesbildungsministerium und der Telekom mit.
Die gute Plazierung hängt mit der Qualität der Darstellung im Internet zusammen. Die Informationen über die IGS sind aktuell, inhaltlich gut strukturiert, originell und schnell zu finden. Neben einer deutschen Version gibt es Informationen auf Englisch und Französisch.
Der ,,Webmaster", der dieses Angebot entworfen und ins Netz gestellt hat, heißt Ulrich Grieb. Der Lehrer geht jetzt daran, über Wahlpflichtkurse immer mehr Schüler für das Internet zu begeistern. ,,Bisher war ich Einzelkämpfer", sagt er; Wer über das Internet Informationen zur IGS Aurich-West abrufen will, wird prompt bedient.
Rund 1400 Neugierige machten davon auch schon Gebrauch. Jeder Computerbesitzer mit Internetanschluß kann sich allgemeine und aktuelle Informationen zur Schule sowie Bilder auf den Bildschirm holen. Die Festschrift zum 25jährigen Bestehen der Schule etwa ist auch zu finden, ebenso Informationen über Aufführungen wie ,,Mensch Mogli" oder ,,Carmina Burana"
Neben der reinen Selbstdarstellung hat Grieb für Kollegen und Schüler auch einige Pfade ins Internet angelegt. Die können so nach bestimmten Dingen suchen und erhalten dabei Hilfestellung. Schulleiter Ulrich Mittelstädt hat inzwischen die Zeichen der Zeit erkannt:
,,Mit drei Computerräumen sehen wir alt aus".
aus den Ostfriesischen Nachrichten v. 22.09.1997:
Lehrer und Schüler lernen das Energiesparen
IGS Aurich-West ist an Landesprogramm beteiligt
JOR Aurich. Die IGS Aurich-West will sich auf der Auszeichnung im Rahmen der Aktion ,,Umweltschule in Europa" nicht ausruhen und kündigt weitere Umwelt-Initiativen an.
Daß die ökologische Umgestaltung des Schulhofs fortgesetzt wird, haben wir schon berichtet.
Die IGS ist Teilnehmerin eines Landesprogramms, das zum Ziel hat, Heiz- und Strom-Kosten durch verändertes Nutzerverhalten zu senken. Fünf Schulen erhalten eine Gesamtförderung von 76000 DM, davon bekommt die IGS 15700 DM. Von dem Geld sollen Softwareprogramme entwickelt, Meßgeräte installiert, eine Demonstrationsanlage für Solarenergie gebaut, Lehrer, Schüler und Hausmeister in Seminaren geschult werden. Der Start erfolgt nach den Herbstferien.
Wie Siegmar Seonbuchner vom Ingenieurbüro ,,Igea Nord" (Sandhorst) berichtet, fallen jährlich in den niedersächsischen Schulen schätzungsweise 1,2 Millionen Tonnen C02 an, was Energiekosten von 300 Mb. DM bedeutet. Bei einem sparsameren Umgang könnte diese Menge laut Seonbuchner um bis zu 50 Prozent reduziert werden.
Die IGS bewirbt sich um ein bundesweites Projekt von Energie-Erzeugern. Sie wollen das Potential der Sonnenenergie-Nutzung erforschen. Das geschieht mit einer Fotovoltaik-Anlage zur Umwandlung von Licht in elektrische Energie. Die Ergebnisse werden vom Fraunhofer-Institut in Freiburg ausgewertet.
,,Wir erhoffen uns den Zuschlag und haben gute Gründe dafür," so Schulleiter Ulrich Mittelstädt. Es sei bisher noch keine IGS vorgesehen, und AurichWest biete sich als Umweltschule dafür geradezu an.
aus den Ostfriesischen Nachrichten v. 17.09.1997
Umweltschutz keine Worthülse
Europa-Aktion: IGS Aurich ausgezeichnet
jok Aurich. "Besonderes Engagement zur nachhaltigen Verbesserung
der Schulumwelt" wird der IGS Aurich-West in einer Urkunde
bescheinigt. Die Auszeichnung wurde am Montag von einer Delegation
der Gesamtschule in Hannover in Empfang genommen und unterstreicht.
daß Umweltschutz für die IGS keine Leerformel ist.
Das Dokument wurde von der ,,Stiftung für Umwelterziehung in Europa" verliehen, Trägerin des seit zwei Jahren laufenden Wettbewerbs ,,Umweltschule in Europa". 2000 Schulen aus 17 Ländern machten beim ersten Durchgang mit, die Auricher gehörten zu den 57 Teilnehmern aus Niedersachsen und sind die einzigen aus Ostfriesland, die besondere Anerkennung erfuhren.
Die IGS hatte sich mit ihrem Projekt zur ökologischen Umgestaltung ihres Schulhofes beworben und die Stiftung damit dermaßen beeindruckt, daß Niklas König, Ulrich Mittelstädt, Helmut Wendt, Rolf Runge und Martin Janssen mit dem Preis heimkehren konnten.
Schulleiter Mittelstädt ist nicht nur stolz auf die Urkunde, sondern sieht darin auch eine Verpflichtung, weitere Umweltschutz-Ideen in die Tat umzusetzen.
Zuerst einmal geht es jetzt in die zweite Phase der mehr als 10000 Quadratmeter Schulhof-Entsiegelung - eine eintönige Pflasterwüste wird in eine Öko-Landschaft verwandelt (die ON berichteten).
Nachdem Teile der Grünzonen, das Freiluft-Klassenzimmer und die Pergola fertig sind, wird in Kürze mit dem Aushub für einen Teich begonnen und beim sogenannten Excenter Rand angelegt - ein Experimentierzentrum für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Das Gebäude besteht aus zwei acht-eckigen Waben für Labor und Werkstatt, ergänzt durch einen Aufenthaltsbereich zur Einweisung in Außenarbeiten. Im Excenter sollen zum Beispiel neue Energieformen und unterschiedliche Isoliermaterialien ausprobiert werden.
20 Schulen aus Weser-Ems beteiligen sich an Phase 2 des Europa-Wettbewerbs, darunter sind auch die BBS II Aurich.
aus den Ostfriesischen Nachrichten v. 13.09.1997
Zum IGS-Jubiläum wieder alle unter
einem Dach
Rechtzeitig zum besonderen Ereignis sind die Folgen des verheerenden Brandes zu Pfingsten 1994 weitgehend beseitigt.
jok Aurich. Die Handwerker geben dem Schulkomplex den letzten Schliff, sämtliche Jahrgänge werden mittlerweile in ihrer gewohnten Umgebung unterrichtet, so daß pünktlich zum Jubiläum alle Schüler und Lehrer wieder unter einem Dach vereint sind.
Im Gegensatz zum 20jährigen Bestehen wird diesmal auf einen offiziellen Festakt verzichtet. "Galt es damals, vorwiegend in die Öffentlichkeit hineinzuwirken, um auf die Gesamtschul-Idee aufmerksam zu machen, soll dieses Jubiläum mehr den Charakter einer Feier innerhalb der Schule haben", betonte gestern IGS-Leiter Ulrich Mittelstädt.
Man freue sich, daß nach Abschluß der Sanierung nun alle Klassen in die angestammten Räumlichkeiten zurückgekehrt sind. Dies sei Anlaß genug, sich darauf zu besinnen, "daß wir eine Schule sind", und dazu gehöre eben auch das gemeinsame Feiern.
Dies soll in der Zeit vom 24. bis 27. September geschehen. Den Auftakt bildet ein ,,Sporttag", der ganz im Zeichen eines sogenannten Fund-Raising-Laufes stehen soll. Dabei handelt es sich um einen vier Kilometer langen Parcours, der von den Schülern bewältigt werden muß. Die Teilnehmer bemühen sich im Familienkreis um ,,Sponsoren", die für jeden absolvierten Kilometer eine gewisse Summe ausloben. Diese erlaufenen Gelder fließen in einen, Spendentopf, aus dem ein sechs mal sechs Meter messendes Kletternetz für den Schulhof finanziert werden soll. Außerdem hat sich eine Reihe von Firmen bereiterklärt, Beträge für die Gesamtlaufleistung der Schüler zu stiften. Der Erlös kommt einem Projekt in der NegevWüste zugute die Deutsch-Israelische Gesellschaft will dort einen "Ostfriesland-Hain" aufforsten.
In Zusammenhang mit dem "Fund-Raising-Lauf" werden Anlieger und Nutzer der Westerfelder Straße und der Strecke zwischen Elisenhof und Kanalbrücke um Verständnis gebeten, daß diese Straßen von acht bis 13 Uhr teilweise gesperrt werden.
Die IGS will aus Anlaß des Jubiläums speziell den Eltern
verstärkt Einblicke in ihre Arbeit und das Schulleben vermitteln.
Aufhänger ist eine Projektwoche, die bereits am 22. September
beginnt. Bei einem Tag der offenen Tür am 27.9. (10 bis 13
Uhr) werden die Ergebnisse gezeigt. Dazu ist auch die Öffentlichkeit
eingeladen.
Gleiches gilt für den traditionellen Musikabend am 26.9. um 19.30 Uhr erste kulturelle Veranstaltung im neuen Forum. Sie soll das breite musikalische IGSSpektrum widerspiegeln von Solo-Auftritten über kleine Kammermusik-Gruppen bis zu größeren Ensembles.
Nach der Enthüllung einer Skulptur des Leeraner Künstlers Peter Kärst am 26.9. steigt am Abschlußtag 27.9. eine Riesenfete im Rahnen eines Bunten Abends im Forum. Dazu werden auch viele Ehemalige erwartet. Bereits am Mittwoch davor können sich.die Sek I-Schüler bei der Disco im Freizeitbereich vergnügen.
Extra zum Jubiläum wird eine Festschrift erscheinen. Sie ist kein reines Jahrbuch, sondern will unterhaltsam, ernst, nachdenklich und heiter die Schulgeschichte in Erinnerung rufen. "25 Jahre IGS Aurich-West, das ist auch 25 Jahre Geschichte einer Schulform, die nicht immer unumstritten war und es auch heute noch nicht bei allen ist. Diese Schule und diejenigen, die hier tätig sind oder ihre Kinder hierher schicken, müssen sich immer wieder selbst prüfen, ob die Ansprüche, die sie hinsichtlich Erziehung und Bildung mit dieser Schulform verknüpfen, verwirklicht worden sind und verwirklicht werden können," schreibt IGS-Lehrer Thorsten Quest u. a. im Vorwort.
Die IGS hat derzeit knapp 1400 Schüler rund 400 weniger als 1981, als der Höchststand erreicht war. Laut Mittelstädt wird sich die Zahl im Endeffekt bei 1350 einpendeln, da eine Reduzierung von Acht auf Sieben-Zügigkeit erfolgt ist, nachdem in Egels eine zweite IGS zur Verfügung steht.
Auch bei künftigen Schülergenerationen wird der Feuersturm von 1994 für Gesprächsstoff sorgen. Die Folge war eine umfassende Modernisierung. ,,Die Gebäudesubstanz ist deutlich verbessert worden," konstatiert stellvertretender Schulleiter Peter Noss, der sich noch lebhaft an frühere Zeiten erinnert, als selbst im Kellergeschoß und in Räumen unterrichtet werden mußte, die vom Architekten eigentlich als Flure oder Aufenthaltszonen ausgewiesen waren.
Aurich. Der Parkplatz der IGS Aurich-West wird zur Zeit zu einem Schulhof umgestaltet. Aus Anlaß des anstehenden 25jährigen Jubiläums der IGS möchte der fast gleichaltrige Förderkreis in Absprache mit der Schulleitung mit etwas Besonderem für die Ausgestaltung des Schulhofes beitragen und ein möglichst großes Kletternetz anschaffen. Dieses kann aus schulischen Mitteln nicht beschafft werden, würde aber die Attraktivität des Schulhofes enorm steigern.
Leider hat der Förderkreis keine ausreichenden eigenen Mittel, um ein solches Kletternetz anzuschaffen. im Rahmen der bereits angelaufenen Spendenaktion, bei der hauptsächlich die Eltern der IGS-Schüler angesprochen wurden, sind bereits einige tausend Mark eingegangen.
Weil die Größe des Kletternetzes von der Höhe der eingehenden Spenden abhängig sein wird und natürlich ein großes Kletternetz attraktiver als ein kleines ist, bittet der Förderkreis alle Spendenwilligen um Mithilfe, durch ihre Spende zur Finanzierung eines möglichst großen Kletternetzes beizutragen. Es wird gebeten, die Spende auf das Konto des Förderkreises der 105 (Konto-Nr. 1000504 der Kreissparkasse Aurich, BLZ 28451050) zu überweisen und dabei das Kennwort "Kletternetz" anzugeben. Die hoffentlich zahlreichen Spenden sind steuerlich abzugsfähig. Eine Spendenbescheinigung wird selbstverständlich vom Förderkreis erteilt.
Abschlussveranstaltung des Bücherfrühlings in der Stadt
und im Altkreis Aurich
Sehr geehrte Damen und Herren,
der diesjährige Bücherfrühling in Aurich hat wiederum
vielen Schülerinnen und Schülern das Lesen von Büchern
und die Auseinandersetzung mit Künstlern und Autoren nahegebracht.
Insgesamt 25 Autorenlesungen, eine Ausstellung prämierter
Kinder- und Jugendbücher im Schulzentrum Sandhorst mit interessanten
Schülerarbeiten zu den Büchern aus Grundschulen, Orientierungsstufen
und weiterführenden Schulen, eine Schreibwerkstatt mit dem
Autor Johann Voß fanden statt. Ausstellung von Schülerarbeiten
in Schaufenstern Auricher Buchhandlungen, eine Bücherrallye
und ein Kunstprojekt mit dem Künstler Siegfried Burkhoff
und Lesungen im Kunstpavillon waren nur einige Veranstaltungen,
die Auricher Schulen 5 Wochen lang trotz der kühlen Witterung
einen Hauch von Frühling bescherten.
Trotz einer erheblichen Reduzierung der öffentlichen Zuschüsse
konnte mit viel Engagement der beteiligten Lehrkräfte und
Schüler und dankenswerter Unterstützung von Banken,
Sparkassen und der GEW im Landkreis Aurich ein kleiner aber feiner
Bücherfrühling veranstaltet werden.
Als Dankeschön für alle Mitstreiter und Förderer
schenkt der Auricher Bücherfrühling allen literarisch
interessierten Bürgern eine
Autorenlesung mit dem Autor Johann Voß
Der Autor wird Gedichte und Lieder aus seinem neuen Buch ,,Schloss
und Silbe" vortragen.
Dienstag, 24. Juni 1997, 17.00 Uhr - 18.00 Uhr
IGS Aurich-West, Forum im roten Klinkerbau
(Zufahrt über Oldersumer Straße, Schulzentrum West)
im Anschluss an die Lesung besteht Gelegenheit sich über
die Projekte des Bücherfrühlings zu informieren.
Wir hoffen auf rege Beteiligung.
Pressemitteilung
Johann Voß: Schloss und Silbe, Gedichte und Lieder, Verlag Die Werkstatt:
Göttingen 1997, 144 S., 24 DM
Liebes- und Abschiedsgedichte, lyrische Vergewisserungen in äußerst
unterschiedlichen Tonlagen und Bauformen, Spiegelungen öffentlicher
Ereignisse und innerer Landschaften, poetische Reflexionen der
Schwingungen, die von Gedichten ausgehen - in "Schloss und
Silbe" verleiht Johann Voß den sichtbaren und versteckten
Ereignissen der 90er Jahre einen eigensinnigen Ausdruck. Die neue
Gedichtsammlung des Autors eröffnet in vier Kapiteln einen
je besonderen Blick auf Welt und Sein. In den "laubbekränzten
nächten" klingen subjektive Töne an, hier sind
sich Ich und Du nahe wie beim ersten Funkenschlag. Ganz anders
die Gedichte im Kapitel "wo immer dich der himmel sieht".
Das Sprechen und Widersprechen in den öffentlich-politischen
Bereich hinein kennzeichnet diese Verse. Wörter und Werte
werden bis zur Kenntlichkeit demaskiert, neue Entwürfe erscheinen
denkbar. Immer wieder geht es auch um die Militarisierung von
Leib und Seele. In den Gedichten über Hiroshima und jenen
über den Neofaschismus ist der Verweis auf die Verheerungen
durch Männermacht besonders deutlich: Überhaupt scheinen
Männer und Frauen noch ganz am Anfang einer praktizierten
Gleichberechtigung zu stehen. Im Abschnitt "ins graue haar
der schreie" führt der Autor uns zurück an einen
Unort, nach Auschwitz-Birkenau nämlich. Gespräche mit
ehemaligen Häftlingen und Erkundungen werfen Fragen auf,
deren Antworten nach ,wie vor ausstehen, auch fünfzig Jahre
nach dem Holocaust. Im vierten Kapitel schließlich befragt
der Dichter die Aussagefähigkeit der Sprache, der Poesie
er spielt mit Sinn und Silbe, zwischen den Zeilen wachsen Fragen
und Verwunderungen. Der Aufsatz "Provokation und Tradition
in der modernen Lyrik" rundet die Sammlung mit einer poetologischen
Ortsbestimmung ab. Die Verweise auf Rilke, Bachmann, Brecht und
Fried sagen deutlich: Schweigen wäre das falsche Ziel.
Lieben in und leiden an der Welt, verweilen und innehalten in
Augenblicken lichter Erkenntnis, aber auch ins Wort fallen dann,
wenn Macht sich aufbläht vor verheerenden Raubzügen
- in den neuen Gedichten riecht es nach Meer und Mut, nach Wind
und Widerspruch, nach Sommer und Sehnsucht, nach Asche und Alter.
Hans Bender, der sich besonders durch die Herausgabe der Akzente
um die Literatur nach 1945 verdient gemacht hat, schreibt:
Johann Voß beweist mit seinen (Gedichten nicht nur seinen
Widerstand und Widerspruch zu dem, was ihm in unseren Tagen
missfällt; er bezeugt; er bezeugt auch seine Existenz,
seine Zuneigung, seine Liebe. Er hat dafür vielfältige
Formen; seine Sprache, seine Stimme."
aus dem "Profil" vom 26.04.1997:
Aurich. Mit einer auf den ersten Blick nichtliterarischen Ausstellung im Kunstpavillon des Kunstvereins am Ellernfeld beginnt heute um 16 Uhr der Auricher ,,Bücherfrühling". Denn im Mittelpunkt steht zunächst einmal eine Raumplastik und nicht das Buch. Und auch dieses Objekt, von 22 Schülern des Wahlpflichtkurses ,,Musisch-kulturelle Bildung" der Integrierten Gesamtschule Aurich-West realisiert, wird die Besucher zunächst eher verwirren als daß es Klarheit schafft.
Bereits der Titel irritiert:
,,Tschernobyl"!!!
Und dann die erste Begegnung mit der raumgreifenden Skulptur. Sie macht es dem Betrachter nicht einfach. Das Ablesen der von ihr ,,ausstrahlenden" Zeichen fordert schon ein genaueres Hinschauen, bevor man selbst assoziiert, welche Assoziationen die Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrganges beim Entstehungsprozeß dieser bildnerischen Gesamtaussage wohl bewegt haben.
Zunächst fallen die unterschiedlichen Materialien, die verwandt wurden, ins Auge:
Ton, Metall, Holz, Beton, Farbe und Stoff. Schnell ausmachbar, daß die rund drei Meter hohe, mit einer Weltkugel abschließende Plastik aus einzelnen Teilelementen besteht. Und daß sie in einer Art ,,Stecksystem" zerlegbar ist und damit veränderbar bleibt.
Ein zweiter analysierender Blick ebnet dann aber schon den Weg zur Bedeutungsebene des Projektes. Der Besucher fängt an, das Gebilde vor ihm zu interpretieren. So auch der Verfasser dieser Zeilen. Er macht zunächst einen offensichtlich bearbeiteten kahlen Baumstamm aus, der aus einem massiven Betonblock "erwächst". Vom Stamm wegführende Stahlrohre wecken Vergleiche mit blattlosen, kahlen Ästen. Denkt. man sich die aufgesteckten und hinzugefügten Elemente weg, reduziert sich der Kern der Plastik auf eine Metapher, die für tote, zerstörte Landschaft stehen kann.
Die dann aufgesteckten, sehr individuell gestalteten Elemente,
vorwiegend aus bemaltem Ton, erwecken den scheinbar abgestorbenen
Baum zu neuem Leben; dem Prinzip Hoffnung folgend. Was an dem
Objekt der IGS-Schüler sich abzeichnet, wird in der Auricher
Ausstellung durch plastische Arbeiten des Wiesmoorer Künstlers
Siegfried Burkhoff, die zeitgleich mit der "Schularbeit"
zu sehen sind, nur noch unterstrichen und fortgesetzt. (PS: Burkhoff
und die Auricher Kunsterzieherin Helga Reinders haben das Schülerprojekt
begleitet). Die Werke des Wiesmoorers, die durchaus literarische
Momente enthalten und voller Zitate stecken, bilden ebenso einen
interessanten Spannungsbogen zur ausgestellten Plastik wie die
Lesungen und Gesänge Hilke Kochs und Sigrun Kaetner-Böke
sowie Gerda Ulpts-Janssen, die die Ausstellungseröffnung
heute umrahmen und das zu sehende Schüler-Objekt letztlich
wieder mit dem ,,Auricher Bücherfrühling" in Verbindung
bringen. usp
Aus den Ostfriesischen Nachrichten vom 11.04.1997 über unsere ehemalige Schülerin Insa Backe:
Gestern wurde in Frankfurt die Auricherin Insa Backe für
ihre journalistischen Leistungen mit dem Kurt-Magnus-Preis 1997
ausgezeichnet, verbunden mit einem Geldbetrag in Höhe von
5000 DM.
the Aurich. Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen
Rundfunkanstalten (ARD) hat zum Gedenken an den 1962 gestorbenen
Dr. Magnus eine nach ihm benannte Stiftung gegründet, deren
Zweck es ist, qualifizierte Nachwuchskräfte des deutschen
Hör-Rundfunks durch Zuerkennung von Geldpreisen in geeigneter
Weise zu fördern.
Die von der ARD gebildete Kommission, zu ihr gehören Repräsentanten des NDR, des mdr und des Hessischen Rundfunks, hat beschlossen, in diesem Jahr Insa Backe auszuzeichnen, die seit 1993 als freie Autorin und seit 1994 als Moderatorin für Hörfunk- und Fernsehsendungen des WDR tätig ist.
In der Begründung für die Nominierung wird u.a. darauf hingewiesen, daß sie für die Reportagen-Reihe ,,Lauschangriff" des WDR-Radios "1 Live" ein sehr eigenes Profil erarbeitet habe, das journalistische Gründlichkeit und Professionalität mit Neugier, Unbefangenheit und Spontanität verbinde.
Indem sich Insa Backe den jeweiligen Situationen, etwa in Discotheken auf Mallorca oder im Führerhaus eines Dreißigtonners, intensiv aussetze, seien authentische Hörbilder entstanden, die beim Publikum oft den Eindruck hinterlassen würden, es erfahre nicht nur Neues, sondern sei mit dabeigewesen.
Als Moderatorin präsentiere Insa Backe regelmäßig Sendungen der Kinderfunk-Reihe "Lilipuz" mit Nachrichten, Reportagen und Features zugeschnitten auf ein Publikum im Alter von sechs bis zwölf Jahren.
"Ohne ,Kindertümelei' gelingt es ihr überzeugend, sich gedanklich, sprachlich und emotional auf Zielgruppen einzustellen. Das gilt für die journalistischen Teile von 'Lilipuz' ebenso wie für Gesprächssituationen, in denen sie mit Phantasie, Einfühlungsvermögen, Witz und Schlagfertigkeit als Partnerin der Kinder agiert, belehrende Attitüden ebenso vermeidet wie erwachsene Besserwisserei", heißt es in der Würdigung der Arbeit von Insa Backe.
Diese habe bei großen öffentlichen Sendungen mit Unterhaltungscharakter ein bemerkenswertes Animationstalent gezeigt. Mit Spielfreude und Begeisterungsfähigkeit sei es ihr gelungen, nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene in das Geschehen mit einzubinden und zu spontaner Beteiligung zu bewegen, so beispielsweise bei den Großveranstaltungen zum Weltkindertag und zum Jubiläum der ,,Sendung mit der Maus" in Köln.
,,Insa Backe ist eine ernsthafte Journalistin, die sich selbst
nicht zu ernst nimmt. Sie verfügt über die Fähigkeit,
Schweres leicht und leichtes nicht platt zu vermitteln. Eine Nachwuchs-Journalistin
mit auffälligen Infotainment-Qualitäten", so die
Kommission der ARD.
Aurich / Israel. Schülerinnen und Schüler der
IGS Aurich-West pflanzten während eines dreiwöchigen
Schüleraustausches in Israel die ersten dreißig Bäume.
Nun bittet die DIG-Ostfriesland um weitere Spenden auf das Konto
41525 bei der Kreissparkasse Aurich (BLZ 28451050).
Während der Osterferien haben Schüler der IGS Aurich-West
jetzt die Früchte einer langen Vorbereitung geerntet. Vor
einem halben Jahr waren sie Gastgeber für die israelischen
Partner, und nun gab es den Gegenbesuch. Israel stellte sich den
Jugendlichen natürlich anders dar, als Eltern es aus dem
Fernsehen erwarten mußten. Keine Bombenanschläge an
jeder Ecke (obwohl auch Beunruhigendes in dieser Zeit zu melden
war), fröhliche Kinder zum jüdischen Purim-Fest und
fast vollständig verregnete drei Wochen. Das tat. aber nach
übereinstimmender Auskunft aller [der]guten Stimmung überhaupt
keinen Abbruch. Jeder Tag brachte neue überwältigende
Eindrücke."Ohne Tagebücher wäre da viel verlorengegangen",
erläutert eine Schülerin. Wobei das scheinbar auch touristische
Beiprogramm nach Ansicht der Lehrkräfte durchweg tieferen
Zwecken diente. "Sprachanlässe für die beteiligten
Jugendlichen beider Seiten schaffen'', nennt Wolfgang Freitag
das. Die gab es [für]die Partnerschüler in Bat Am, Deutsch-lernende
Schüler einer anderen Schule in Nathanya, die ganz anderen
Menschen im Kibbuz in Galiläa und die Ex-Ostfriesen, die
man in Beer Ttivia kurz vor der Negev-Wüste und in Beth Jitzchak
an der Küste besuchte.
Über eine Minderheit der israelischen Araber lernten die
Auricher Besonderes. In einem Drusendorf ging's zu einer einheimischen
Familie zum Essen: ganz ohne Fleisch, nur Gemüse und orientalische
Gewürze, Brot hauchdünn, zwischen drei Fingern zum Greifen
der eigentlichen Speise. Vorher gab's noch eine Lektion vom Drusen
über Drusen: frühe Abspaltung vom Islam, Geheimreligion,
Elemente der drei großen Religionen, loyal gegenüber
dem Staat. Und hinterher gab's bärenstarken Kaffee aus dem
Fingerhut oder wahlweise schwarzen Tee mit ,,"Nana"
(Minze) zum süßen Kuchen. "Und unsere israelischen
Partner haben mit uns ihre Nachbarn die Drusen kennengelernt",
merkt Andrea Felsch an.
Einen beeindruckenden Morgen hatten die ostfriesischen Jungen
und Mädchen, als sie ,,auf demWeg zum Wintersitz des Königs
Herodes" einen Sonderauftrag der DIG-Ostfriesland zu erfüllen
hatten. Kurz vor der Wüstenstadt Beer Sheva sollten im "Wald
Deutscher Länder" die ersten Bäume für den
"Ostfriesland-hain" gesetzt werden. Am Pflanzplatz erwarteten
die jungen Leute die Flaggen Israels und Deutschlands sowie die
der Aufforstungsgesellschaft KKL. Das war ein richtig feierlicher
Akt. Und die Schüler ergänzten den Auftrag durch eigene
Bäumchen. Sie sind sich wieder einig. ,,Das ist ein tolles
Gefühl, einen kleinen bleibenden Beitrag für die Umwelt,
den Frieden und die Völkerverständigung hinterlassen
zu haben."
vom 23.03.1997
Landkreis will seine IGS erweitern
Die Integrierte Gesamtschule Aurich-West soll noch in diesem Jahr erweitert werden. Der Kreisausschuß hat beschlossen, daß die Kreisverwaltung alle dafür erforderlichen Maßnahmen treffen soll, teilte der Landkreis mit.
Nach Einschätzung von Kreisbaudezernent Johann Aeils kann
die Ausschreibung wahrscheinlich noch im Mai erfolgen. Es müsse
dann mit Hochdruck daran gearbeitet werden, daß der schlichte
Bau bis zum Herbst fertig werde. Bisher war das Vorhaben nicht
dringlich, weil die 11. Klassen seit dem IGS-Großbrand 1994
in Räumen der Lamberti-Gemeinde untergebracht ist. Die hat
dem Kreis aber jetzt zum 1. August gekündigt.
vom 25.01.1997
Wiederaufbau der IGS nähert sich dem Ende
jok Aurich. Der Wiederaufbau der Integrierten Gesamtschule
Aurich-West nähert sich dem Abschluß. Voraussichtlich
zur Monatswende können die letzten Unterrichtsräume
in Betrieb genommen werden.
Weite Teile der IGS waren Pfingsten 1994 einer verheerenden Brandkatastrophe
zum Opfer gefallen. Die meisten Schüler mußten ausgelagert
und auf verschiedene Standorte im Stadtgebiet verteilt werden.
Derzeit ist noch der 11. Jahrgang mit rund 130 Schülern betroffen.
Er ist provisorisch am Lambertshof untergebracht.
Nach Auskunft von Landkreis und Planungsbüro Ulpts soll der
Musik- und Kunstbereich Ende Januar Anfang Februar komplett bezugsfertig
sein; dann werden sechs Fachräume dazukommen. Auch das Fotolabor,
ebenfalls in diesem Trakt angesiedelt, nähert sich seiner
Vollendung.
Noch etwas länger, bis April/Mai, brauchen die Handwerker
für Lehrerzone und Verwaltung. Als Termin für die Übergabe
des Forums wird Pfingsten genannt.
Bis auf die Verlegung der Bodenplatten ist die neue "Schulstraße"
abgehakt. Sie wurde nach oben geöffnet, damit die Klassen
mehr Licht und Luft erhalten. Der Zugang erfolgt über Windfänge
- vier an der Zahl, je einer für zwei Klassen.
Die IGS-Arbeiten waren im Sommer vorigen Jahre ins Stocken geraten.
Der Landkreis Aurich hatte die erste öffentliche Ausschreibung
gehoben, weil ihm die Kosten davonzulaufen drohten.
Die Behörde senkte daraufhin die Baustandards, indem beispielsweise
im Forum die ursprünglich vorgesehenen Ziegelsteine durch
Linoleum ersetzt werden und auf eine 40000 Mark teure Trennwand
zugunsten eines Vorhangs ver-zichtet wurde.
Auf diese Weise kann ca. eine Million Mark eingespart werden.
Unter veränderten Bedingungen ging es dann in die zweite
Ausschreibungsrunde, doch da nahten bereits die Bauferien.
Laut Auskunft von Herbert Akkermann (Kreisverwaltung) ist vor
1998 nicht mit dem Anbau zu rechnen, der vier zusätzliche
Klassenzimmer aufnehmen soll. "Ohne diese Erweiterung kann
der 11. Jahrgang nicht zurückkehren," betont stellvertretender
IGS-Leiter Peter Noss.
"Nach jetzigem Stand sind diese vier Räume auch erforderlich",
gibt Oberkreisdirektor Walter Theuerkauf der IGS recht. Das Schulamt
der Kreis-verwaltung habe bei der nochmaligen Überprüfung
sämtlicher Investitionen auch die Plansituation der IGS untersucht
und sei dabei zu diesem Schluß gekommen.
Man müsse, so Theuerkauf, davon ausgehen, daß die Gesamtschule
mindestens sechszügig bleiben wird. "Das ergibt sich
aus allen Entwicklungen, die wir überblicken können."
Letztendlich entscheide aber der Kreisausschuß.
Aus den ON vom16.07.1997
Volker Reichardt: Begriff Toleranz wurde im Lambertshof neu definiert
Für 11. Jahrgang der IGS Aurich-West ging nach drei Jahren Provisorium Lambertshof zu Ende
Aurich. Nach über drei Jahren ging gestern ein Provisorium zu ende, dem die 11. Jahrgänge der IGS Aurich-West seit dem Großbrand Pfingsten 1994 ausgesetzt waren.
Noch in der Brandnacht hatten die ev.-luth. Lamberti-Gemeinde, die reformierte Gemeinde und die AWO gegenüber der Schulleitung ihre Bereitschaft erklärt, bei der Raumfrage behilflich zu sein.
Nur anderthalb Wochen nach dem Brand konnte so der 11. Jahrgang mit sieben Klassen für den Rest des Schuljahres am Lambertshof den Unterricht wieder aufnehmen: vier Klassen im Lamberti-Gemeindehaus, zwei Klassen bei den Reformierten und eine Klasse im Schiestl-Haus der Arbeiterwohlfahrt. Bis gestern wur4en drei 11. Jahrgänge am Lambertshof unterrichtet; die katholische St.Ludgerus-Gemeinde stellte zur Entlastung von Lamberti während eines Schuljahres ebenfalls einen Klassenraum zur Verfügung. So haben rund 500 Schülerinnen und Schüler der Gymnasialen Oberstufe Schulalltag am Lambertshof kennengelernt.
Organisatoren und Ansprechpartner für die Kirchengemeinden und die AWO waren Volker Reichardt und Alfons Heuermann als Oberstufen-Leitungsteam.
In seiner Ansprache dankte Reichardt für die Gastfreundschaft der Kirchengemeinden wie der AWO. Reichardt: "Wer Toleranz definiert bekommen haben möchte, muß drei Jahre im Lambertshof verbringen." Vom ersten Tag an seien Gleichmut, unaufdringliche Freundlichkeit, wirkliches Verstehen und Flexibilität die Säulen der Zusammenarbeit gewesen.
Auch Schulleiter Ulrich Mittelstädt versicherte, daß die IGS gern am Lambertshof zu Gast gewesen sei; er habe als Schulleiter dort aber praktisch nichts zu tun gehabt. Das habe an der dezentralen Organisation mit großer Eigenständigkeit gelegen. Mittelstädt vermutete dahinter gestern laut das "pädagogische Geheimnis", andere einfach machen zu lassen. Er hoffte, vieles von dem Positiven bewahren zu können.
Pastor Peter Schröder-Ellies, der wie auch Pastor Reinhard Uthoff als kleines Dankeschön eine Schülerdokumentation über kirchengeschichtliche Studien im Staatsarchiv überreicht bekam, bekannte: "Wir werden das Leben vermissen, das Schule in den sonst stillen Lambertshof gebracht hat."
Thomas Fischer und Theelke Oldermann warfen aus Sicht der IGS-Schüler Streiflichter auf die Schulzeit am Lambertshof; sie stellten die zentrale Lage in der Innenstadt, eine Verdoppelung der Lehrerfehlzeiten und die gute Behandlung durch die Kirchengemeinden und die AWO heraus.
Aber auch kleine Anekdoten wurden preisgegeben. So der Ausfall einer Klausurarbeit, weil er Kaffeeklatsch im Nebenzimmer bei der AWO einfach zu laut war. Berichtet wurde auch von tönenden Kinderkrabbelgruppen im Lamberti-Gemeindehaus und von einem Kruzifix in der kath. Kirchengemeinde, das noch in den letzten Tagen unglücklicherweise von der Wand gefallen war .und geklebt werden mußte.
Begonnen hatte der gestrige letzte Schultag mit einem gemeinsamen Frühstück; er endete mit dem Umzug des 11. Jahrganges zur IGS, bei dem die Schüler selber mit zupackten.
Auch dort wird man nach den Ferien zunächst weiter zusammenrücken
und Fachräume als Klassenräume nutzen müssen, bis
mit dem jetzt vom Landkreis als Schulträger beschlossenen
Bau von weiteren vier Klassenräumen bei der Raumfrage endlich
Entspannung eintritt.
aus den Ostfriesischen Nachrichten v. 08.07.1997
Vier neue IGS-Klassen
Auftragsvergabe gestern im Kreisausschuß
mag Aurich. Der Kreisausschuß hat gestern unter Vorsitz von Landrat Hinrich Swieter, MdL, beschlossen, den Auftrag für vier neue Klassenräume der IGS Aurich-West zu vergeben.
Den Grundsatzbeschluß für das Neubauvorhaben hat der Kreistag Aurich bereits in diesem Frühjahr gefaßt, als bekannt würde, daß die Ev.-lutherische Lamberti-Gemeinde Aurich ihre bisher am Lambertshof zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten demnächst selber nutzen will.
Weite Teile der IGS waren nach dem Großbrand Pfingsten 1995 auf mehrere öffentliche Gebäude in der gesamten Innenstadt verteilt worden. Mit dem Neubau dieser vier Klassen kann nun der gesamte Raumbedarf an der IGS wieder befriedigt werden.
Das Auftragsvolumen belief sich einschließlich Einrichtungskosten
auf über eine Million Mark; über die Hälfte der
Aufträge blieb nach Aussage der Verwaltung im hiesigen Raum.
IGS fast wieder komplett - 11. Jahrgang bald zurück
aus den Ostfriesischen Nachrichten v. 28.06.1997
jok Aurich. Die Folgen des verheerenden Brandes in der Integrierten Gesamtschule Aurich-West zu Pfingsten 1994 sind mittlerweile beseitigt, so daß sich die IGS jetzt moderner und (hoffentlich!) sicherer präsentiert.
Mit der Inbetriebnahme des Subforums gestern bei der Entlaßfeier ist das Gebäude komplett nutzbar, sieht man einmal vom Pausenhof vor der Mensa, der aber nächste Woche fertig wird, und der "Schulstraße" ab, die noch gepflastert werden muß.
Im Sommer will der Landkreis mit dem vierklassigen Anbau beginnen.
IGS-Leiter Ulrich Mittelstädt rechnet damit, daß die
Erweiterung im Laufe des kommenden Schuljahrs abgeschlossen wird.
"Wenn wir merken, daß das klappt, werden wir den 11.
Jahrgang schon vorher zurückholen, um unsere Zusage einzuhalten
und den Schulträger von Mietzahlungen zu entlasten"
(Die sechs 11. Klassen sind die einzigen, die nach dem Unglück
noch nicht wieder in die IGS zurückgekehrt sind).
Dann müsse die IGS zwar vorübergehend mit Provisorien
leben, was sicher pädagogischen Prinzipien widerspreche,
"für eine gewisse Zeit ist das aber auszuhalten,"
so Mittelstädt. Betroffen sind neben den 11. auch die Klassen,
die das nächste Schuljahr im Haus verstreut unterrichtet
werden. Man werde dann jeden freien Platz auslasten, d. h.auch
die Noträume im Kellergeschoß des Altbaus, und in Kauf
nehmen, daß einige Klassen "wandern" müssen.
Der 11. Jahrgang ist noch am Lambertshof untergebracht, wo Kirche
und Arbeiterwohlfahrt Räume zur Verfügung gestellt haben.
Im Rahmen der Entlaßfeier hat die IGS ihr - vergrößertes
- Subforum in Betrieb genommen - unser Bild entstand bei den Vorbereitungen.
Durch Einbau einer Bühne haben die Theatergruppen jetzt bessere
Möglichkeiten, Schulleiter Mittelstädt regt eine Zusammenarbeit
mit dem Gymnasium an, "um dem Schultheater in Aurich einen
größeren Anschub zu geben." Foto: Kupka

aus dem PROFIL vom 28.06.1997:
Kreative Schulhofgestaltung bei der IGS
durch ABM-Kräfte
Aurich. Die Integrierte Gesamtschule Aurich-West erhält
einen Schulgarten, der sowohl von seiner Landschaftsarchitektur
als auch von seinen Geräte- und Spielanlagen her künftig
vielfältigen freizeit- und schulpädagogischen Möglichkeiten
Raum bieten wird. Realisiert kann diese, schon seit etlicher Zeit
vorgesehene
Umgestaltung des ehemaligen IGS-Parkplatzes am Extumer Weg durch
eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme der hiesigen Arbeitsverwaltung.
Sie ist vorerst für die Dauer von einem Jahr genehmigt, wird
aber höchstwahrscheinlich - so der Leiter des Arbeitsamtes,
Gert Schulz -auch darüber hinaus fortgesetzt.
Seit dem 1. Oktober 1996 sind sechs Langzeitarbeitslose aus dem
Tiefbau mit der ökologischen Schulhofumgestaltung beschäftigt.
Zur Zeit haben sie gerade ein Freiluft-Klassenzimmer in Angriff
genommen.
Im Entstehen bzw. geplant sind neben einem Schulgarten noch Spiel-
und Sportgeräte, ein Hüttendorf, ein "Pfad der
Sinne", eine "Kräuterspirale" und ein Öko-Haus.
Die Pläne dafür erläuterten am Donnerstag der Leiter
des Hochbauamtes, Hermann Ackermann, und Anneliese Saathoff vom
Amt für Wirtschaftsförderung, Fremdenverkehr und Landwirtschaft
des Landkreises Aurich vor Ort.
Schulleiter Ulrich Mittelstädt dazu: "Wir werden natürlich
den neuen Schulhof mit seinen verschiedenen Nutzungsformen in
den schulischen Alltag der einzelnen Fachbereiche mit einbeziehen."
usp
Zur Zeit entsteht neben der IGS im Rahmen der ökologischen
Schulhofumgestaltung ein Freiluftklassenzimmer.
Die Ossilooper der IGS Aurich-West

Bensersiel/Dunum. Marianne Schmidt steht mit einer großen Schale Blumen am Start in Dunum. Sie läuft zwar nicht mit, aber für die sieben Ossilooper der Gesamtschule Aurich ist sie die große Gewinnerin des 16. Ostfrieslandlaufes. "Ohne sie hätten wir gar nicht mitlaufen können", sagt Focko Janssen. Marianne Schmidt fährt die Truppe seit sechs Jahren zu jedem Start- und Endpunkt des Ossiloops. Und sie ist nur eine von vielen Frauen, die die Männer bei jeder Etappe hin- und herkutschieren.
Die Läufer der IGS haben aber noch eine große Gewinnerin unter sich: Dagmar Gumbrecht-Vinke. Sie ist die Etappensiegerin ,des letzten Teilstückes; "Darauf sind wir mächtig stolz", sagt Janssen. Die taktischen Tips kommen natürlich von den Männern: Auch wenn die nur um die Plätze 150 bis 200 laufen.
Gewinner oder Verlierer: Beim Ostfrieslandlauf spielt das keine Rolle. "Hauptsache, man ist dabei und hat Spaß daran. Wie schnell man läuft, das ist völlig egal", meint Handballer Rüdiger Seele vom Regionalligisten PSV Aurich.
So war es dann auch bei der Abschlußfeier in Plaggenburg: Die Ossiboper bildeten eine einzige große Familie. Da gab es stehende Ovationen für den Organisatoren Klaus Beyer, für die Läufer, die zum ersten Mal dabei waren, für Hilde Steinke, die schon seit 16 Jahren dabei ist und für die Spitzenläufer Enno Heidergott, Claudia Beyer und Jan Woltermann.
Die meisten der über 400 Ossilooper sind natürlich schon seit Jahren dabei. Aber einige Läufer kommen jedes Jahr neu dazu. Wie die Triathleten des PSV Aurich. "Eigentlich wollten wir nur die erste Etappe laufen. Aber dann hat es uns so gut gefallen, daß wir den ganzen Lauf mitgemacht haben", sagt Jens Paulat. "Und im nächsten Jahr sind wir auch wieder dabei."
Die Tennisspieler der Zweiten Herren vom TC GrünWeiß Leer führten in diesem Jahr ihre Söhne in die große Familie der Ossilooper ein. Udo Ensuleit und Werner van der Huir spielen mit ihren Söhnen Jan-Udo und Mark in einer Mannschaft. "Dann haben wir uns gedacht, wenn wir schon gemeinsam Tennis spielen, dann können wir auch gemeinsam laufen", sagt Udo Ensuleit. Gesagt, getan: Seit Februar wird zwei Mal in der Woche trainiert.
Aber ist es nicht deprimierend für die Väter, gegen
ihre jungen Söhne zu laufen? "Nein, im Gegenteil",
sagt der 49jahrige van der Huir. "Unsere Söhne laufen
noch hinterher."(von Insa Lienemann)