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Die IGS Aurich-West im Internet

 
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„Spuren im Netz: Kinder und Jugendliche im Internet“. - Ein Medienprojekt an der IGS Aurich-West

Am 21. und 22. Februar führte die IGS Aurich-West, angeregt und unterstützt durch den Förderkreis der Schule, zusammen mit der Initiative smiley e.V. aus Hannover zwei Projekttage unter dem Thema „Das Internet und wir“ durch. Die Schülerinnen und Schüler des siebten und des achten Jahrgangs wurden durch Referenten in moderierten Gesprächen dazu angeregt, über ihr Verhalten im Internet nachzudenken. Es sollten vor allem Themen wie der Umgang mit möglicherweise kostenpflichtigen Download-Angeboten oder die Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken, z.B. Facebook, SchülerVZ und besonders Morphex, angesprochen werden.
Dabei gehen die Mitarbeiter des smiley e.V., eines im Jahr 2005 gegründeten Vereins, der mittlerweile in ganz Niedersachsen Projekte zur Medienerziehung durchführt, von den Erfahrungen der jungen Internetnutzer aus. Anknüpfend an deren Lebenswelt wurde an diesen zwei Tagen geklärt, welche rechtlichen Vorgaben im Internet bestehen und wie man sich vor „ungebetenen Gästen“ oder auch durch sichere Passwörter vor Datenmissbrauch schützen kann. Die Referenten brachten die Schülerinnen und Schüler ins Gespräch und ließen ihre Erfahrungen aus mehr als 500 besuchten Schulklassen einfließen. Am Ende des Projekts standen viele (neue) Einsichten und ein bewussterer Umgang mit dem faszinierenden Medium Internet!
Am Montagabend, dem 21. Februar, lud die Schule um 19.30 Uhr im Forum der IGS Aurich-West zu dem Vortrag "Spuren im Netz: Kinder und Jugendliche im Internet" ein.
Moritz Becker (33), Sozialpädagoge, Eltern-Medien-Trainer und „nebenbei“ selbst Vater zweier Mädchen im Kindergarten- bzw. Grundschulalter bot den anwesenden ca. 150 Gästen in einem höchst anschaulichen Vortrag neue Einsichten in die Welt des Internetgebrauchs unserer Kinder.
Dabei lag der Schwerpunkt seines Vortrags nicht darauf, das Internet und die sozialen Netzwerke und communities zu „verteufeln“ und vor ihnen zu warnen, sondern er regte die Eltern immer wieder dazu an, sich mit ihren Kindern auseinanderzusetzen und in möglichst offener Atmosphäre die Nutzung des Internets immer wieder zu thematisieren. Nicht Tabuisieren und Verbieten sollten dabei das Handeln der Eltern leiten, sondern Erwachsene sollten den Kindern und Jugendlichen Orientierung und Halt geben. Das aber geht nur, wenn Erwachsene sich für ihre Kinder interessieren, sich mit ihnen beschäftigen und den Drang der Kinder nach Freiheit und Neugierde verstehen, ihnen aber auch Aufmerksamkeit und Anerkennung geben, so dass es Jugendliche nicht nötig haben, sich diese Anerkennung und Aufmerksamkeit in Internetforen zu holen, wo jede private Äußerung sofort in die weltweite Öffentlichkeit gelangt.
Moritz Becker konnte mit anschaulichen Beispielen und Geschichten, die er von Jugendlichen in der Schule gehört hatte, verdeutlichen, welche Gefahren mit der Preisgabe von persönlichen Daten, Bildern und Meinungen verbunden sind, wie Mobbing im Internet und seelische Verletzungen entstehen und welche Auswirkungen sie haben können.
Die Forderung an Eltern, ihre Kinder beim „Großwerden im Internet“ zu begleiten, klingt – auch das machte Becker deutlich – viel einfacher als sie sich im Alltag umsetzen lässt. Er verdeutlichte aber auch, warum Kinder und Jugendliche das Internet lieben, wo die Risiken und Gefahren liegen und wie Kinder sich und andere schützen können. Vor allem ging es aber darum, welche positive Rolle Eltern bei der Medienerziehung spielen können.
Beckers Fazit lautete also: Nicht verbieten und kontrollieren ist der Weg im Umgang mit dem Internetgebrauch der Kinder, sondern die ernsthafte und zugewandte Auseinandersetzung ist für jeden absolut notwendig und zwischen den Generationen allemal.
Moritz Becker arbeitet für den Verein smiley e.V. aus Hannover, ist Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Hildesheim und freiberuflich unter anderem für den Verein Blickwechsel und als Dozent für die niedersächsische Landesmedienanstalt tätig.
Der Verein smiley e.V. mit Sitz in Hannover bietet Elternveranstaltungen an, führt Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrern durch und hat im Jahre 2010 niedersachsenweit mit über 500 Schulklassen gearbeitet.